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Stiftung Warentest verliert gegen Ritter Sport Quadratisch, praktisch und nicht mangelhaft

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Negativ-Urteil basierte auf Mutmaßungen

Laut dieser Aromenverordnung müssen natürliche Aromastoffe aus natürlichen Ausgangsstoffen hergestellt und durch physikalische, enzymatische oder mikrobiologische Verfahren gewonnen werden. Ein chemisch hergestellter Aromastoff darf dagegen nicht „natürlich“ genannt werden.

Symrise versichert jedoch schriftlich, der gelieferte Aromastoff sei „ausschließlich aus Pflanzen“ und „ausschließlich mit Hilfe physikalischer Methoden“ gewonnen worden. Auf diese Weise hergestelltes Piperonal sei 30-mal so teuer wie herkömmliches. Eine derart teure Substanz in einem vergleichsweise preiswerten Massenprodukt. Da kann doch was nicht stimmen.

Das hatte sich wohl auch die Stiftung Warentest gedacht und möglicherweise deshalb das in Ritter-Sport-Vollnuss nachgewiesene Piperonal als chemisch hergestellt eingestuft, ohne die Herstellungsmethode eigens zu analysieren. Weil es verboten ist, Lebensmittel unter irreführender Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung in Verkehr zu bringen, wurde Ritter Sport als "mangelhaft" eingestuft.

Warentest ist ein Glücksfall für Verbraucher

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    Trotz der bitteren Niederlage: Die Stiftung Warentest ist und bleibt ein Glücksfall für den Verbraucher. Ob Wasserkocher, Joghurts, Flachbildfernsehr oder Druckerpatronen - es gibt kaum ein Produkt, dass von den Experten aus Berlin noch nicht unter das Mikroskop genommen und dabei verglichen wurde, ob denn die Angaben der Hersteller mit der Wirklichkeit auch tatsächlich übereinstimmen. Dabei gehen die Tester der Stiftung auch in aller Regel mit Sachverstand und Sorgfalt zu Werke und bedienen sich der Expertise externer Experten und Instituten.

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    Die Stiftung Warentest hat sich damit in den vergangenen 50 Jahren überaus verdient gemacht und gilt als unabhängige, verlässliche Verbraucherschutzinstanz. Sie deckt auf, prangert an, meist sachlich und fundiert. Anders etwa als die marktschreierischen, selbst ernannten Essensretter von Foodwatch.

    Insgesamt kommt es auch recht selten vor, dass Unternehmen gegen die Bewertungen der Stiftung vor den Kadi ziehen. Durchschnittlich seien es laut Angaben von Stiftung Warentest nur vier bis fünf Firmen pro Jahr - bei 2000 getesteten Produkten. Das ist wenig. Umso unbegreiflicher ist es, dass die Stiftung auf Mutmaßungen basierende Negativ-Urteile veröffentlichte.

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