Stiftung Warentest Wo Sie Ihr Handy besser nicht versetzen

Das gebrauchte Smartphone ist noch bares Geld wert. Online-Händler zahlen mehr als Saturn oder Media Markt. Doch auch im Netz gibt es große Unterschiede in puncto Zahlungsbereitschaft, wie ein Vergleich zeigt.

Ein Samsung Galaxy 5 ein iPhone 5 Quelle: REUTERS

Schubladen in Deutschland müssen wahre Handy-Friedhöfe sein. Laut Angaben des Digitalverbands Bitkom liegen 100 Millionen alte Mobiltelefone in deutschen Haushalten ungenutzt herum. Einige davon sind bares Geld wert. Wie viel sie wert sind, hängt vom Zustand und Alter des Geräts ab – und an wen man es veräußert.

Die Stiftung Warentest hat sieben Online-Händler getestet, die auf den Handel mit gebrauchten Handys spezialisiert sind. Daneben nahmen die Tester auch Apple, Ebay, Media Markt und Saturn unter die Lupe. Den kompletten Testbericht finden Sie hier.

Um möglichst objektiv vergleichen zu können, kauften die Warentester die Apples iPhone 5s und das Samsung-Modell Galaxy S5 neu im Elektronikfachhandel und nahmen die Geräte nur einmal kurz in Betrieb, bevor sie sie auf den verschiedenen Plattformen veräußerten.

Websites zum Verkauf von Smartphones im Test

Jeder Händler erhielt insgesamt vier Smartphones. Je ein Modell beider Hersteller, bei dem die Tester den Zustand wahrheitsgemäß als „wie neu“ angaben und je eines, wo die Tester den Geräten Mängel zuschrieben, die nicht vorhanden waren. So wollten sie überprüfen, ob die Händler ihre Preise nach oben korrigieren, wenn sie bemerken, dass die Qualität besser ist, als vom Verkäufer angegeben.

Die Tester überprüften unter anderem die Abwicklung, den Service, die Preisfairness sowie die Übersichtlichkeit der Website und die AGB. Wenn Ankäufer zudem Smartphones auch gebraucht verkauften, wurde dies ebenfalls berücksichtigt.

Das meiste Geld und den geringsten Aufwand brachten die Internethändler mit sich. Allerdings fielen zwei der Online-Anbieter durch, weil sie den Verkauf umständlich abwickelten und unterdurchschnittlich wenig zahlten. Apple, Media Markt und Saturn bezeichnen die Autoren als „knickrig“. Der Verkauf bei Ebay kann hingegen durchaus lukrativ sein, ist aber auch aufwendiger.

Neu kostete das iPhone 5s die Tester 340 Euro und das Galaxy S5 216 Euro. Am meisten zahlte der Onlinehändler Zoxs. 225 Euro gab es bei ihm für das iPhone und 125 für das Galaxy. Testsieger Clevertronic, ebenfalls ein Onlineanbieter, war immerhin fast gleichauf. Das Portal My-Ankauf dagegen erwies sich als am geizigsten und zahlte je 70 Euro für die neuwertigen Geräte.

Zudem wichen drei von sieben getesteten Online-Händlern nach Erhalt der Ware von dem Preis ab, den sie nach der wahrheitsgemäßen Angabe der Qualität festgesetzt hatten. Handy-Bestkauf etwa lockte mit 195 Euro für das iPhone und zahlte am Ende nur 135 Euro.

Vom Technik-Knochen zur Wunder-Flunder
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iPhone 6 und iPhone 6 Plus Quelle: dpa

Beim Fairnesstest punkteten Asgoodasnew und Flip4New, die die Preise je aufstockten und für die Geräte, die die Tester als Mangelhaft beschrieben, nach Erhalt der Ware das gleiche überwiesen wie für die als neuwertig beschriebenen.

Bestkauf dagegen fiel den Testern negativ auf und wollte lediglich 25 Euro für ein an und für sich neuwertiges Gerät zahlen, wie der Shop „in einer unverständlichen Begründung“ an die Tester schrieb.

Apple zahlte für das iPhone lediglich 125 Euro und damit deutlich weniger als die Online-Händler, für das Galaxy S5 gab es 70 Euro.

Wer sein Handy zu Media Markt oder Saturn bringt, verkauft indirekt an Flip4New. Die Elektronikhändler kooperieren mit dem Online-Händler. Allerdings erhielten die Tester im Schnitt 45 Euro weniger als beim Verkauf direkt an Flip4New. Zudem wurde der Betrag lediglich in Form von Gutscheinen ausgezahlt.

Bei sämtlichen Online-Händlern bemängelten die Tester, dass die Kundendaten an Dritte gesendet werden.  

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