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Streit um Möbelhauskette Möbelriese Steinhoff will Poco-Anteile verkaufen

Im Streit zwischen dem Steinhoff-Konzern und der österreichischen Möbelkette XXXLutz um Poco-Anteile zeichnet sich schon am ersten Tag eine Einigung ab. 

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Steinhoff will Poco-Anteile verkaufen Quelle: PR

Dortmund Es war ein glanzvolles Stelldichein am Mittwoch um 12 Uhr im Landgericht Dortmund. In einem Rechtsstreit um den von einem Bilanzskandal erschütterten Möbelriesen Steinhoff International haben sich bis auf Ex-Chef Markus Jooste alle wichtigen Protagonisten eingefunden.

Andreas Seifert etwa, Eigentümer der XXXLutz-Kette, der den Skandal mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg ins Rollen gebracht. Peter Pohlmann, Gründer der Poco-Möbelkette, um dessen Lebenswerk es heute geht.

Louis du Preez, das für Rechtsstreitigkeiten zuständige Vorstandsmitglied von Steinhoff. Du Preez hatte dabei wohl den weitesten Weg: Er ist in der Firmenzentrale in Südafrika angereist. (Verfahren 10 O 72/15).

Der Steinhoff-Konzern mit einem weltweiten Umsatz von rund 20 Milliarden Euro war Ende Dezember ins Schlingern geraten, als Wirtschaftsprüfer die Zahlen nicht mehr attestieren wollten.

Die Bilanzen, so verdichten sich nun die Anzeichen, waren aufgebläht, Umsätze wurden künstlich geschönt. Die Aktie verlor seither 95 Prozent ihres Wertes. Steinhoff ist ein internationaler Möbelkonzern und ein Konsumgüterhändler, zu dem neben Poco auch die Möbelketten Kika Leiner in Österreich und Conforama gehören.

Dass alle wichtigen Entscheider in einem Rechtsstreit um die Möbelkette Poco selbst erschienen sind, hat wohl einen wichtigen Grund: Es sieht schon nach einer halben Verhandlungsstunde so aus, als sei Steinhoff bereit, seine Poco-Anteile an den Konkurrenten Andreas Seifert und seine private OM Handels GmbH zu verkaufen. Das wäre eine auch vom Gericht empfohlene Lösung, man muss sich nur noch auf den Preis einigen. 

Um was es in dem Verfahren geht, schilderte der Vorsitzende Richter André Sußmann gleich zu Beginn der Verhandlung mit einfachen Worten: „Wem gehört die Möbelkette Poco?“

Laut Handelsregister gehört die deutsche Möbelkette mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro zu jeweils 50 Prozent dem Steinhoff-Konzern, an den die Poco-Gründerfamilie Pohlmann seine Anteile verkauft hat. Die andere Hälfte gehört Seifert. Doch der deutsche Unternehmer hatte sich Ende 2014 mit dem langjährigen Steinhoff-Chef Markus Jooste überworfen. 

Nun beschuldigen sich beide Parteien der schwerer Vertragsverletzungen und versuchen sich gegenseitig ihre Poco-Anteile streitig zu machen. Der Streit gipfelte in einer Gesellschafterversammlung von Poco am 14. April 2015, in der die Gesellschafter Seifert ausschlossen. Steinhoff konsolidierte von da an die Zahlen von Poco voll in der eigenen Bilanz.

„Die großen Emotionen sind nun raus“, sagte eine Anwältin von Steinhoff. Seit dem Ausbruch der Krise beim Konzern und dem Abgang von Jooste stehe einer gütlichen Einigung nichts im Weg.

Zum Schluss der ersten Verhandlungsrunde hat der Richter sogar schon einen möglichen Preisvorschlag: Poco-Gewinn vor Steuern, multipliziert mit einem Faktor 7,2 ergäbe für die Hälfte von Poco einen Preis von 268 Millionen Euro. „Die Schulden muss man natürlich noch abziehen“, wirft Andreas Seifert ein.

Die Parteien vertagten sich danach um eine Stunde.

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