Stühlerücken im Vorstand beginnt Baumarktkette Praktiker vorerst gerettet

Nach dem monatelangen Ringen um die Finanzierung des maladen Baumarktkonzerns deutet sich nun eine Lösung an. Das Stühlerücken in Vorstand und Aufsichtsrat beginnt. 

Kay Hafner, Vorstandsvorsitzende der Praktiker AG, kann aufatmen - Die Zukunft der Baumarktkette ist vorerst gesichert Quelle: dapd

Was sich in den vergangenen Tagen bereits abzeichnete, wurde in der Nacht zum Freitag Gewissheit: Die Zukunft des kriselnden Baumarktkonzerns Praktiker ist vorerst gesichert. Der Baumarktkonzern Praktiker hat sich zwei Drittel der geplanten Einnahmen aus einer Kapitalerhöhung gesichert und dürfte damit die akuten Finanzierungsprobleme gelöst haben. Der Finanzinvestor Clemens Vedder und der österreichische Investor Donau Invest garantieren Praktiker einen Mindesterlös von 40 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Die Investoren übernehmen demnach die Aktien, wenn andere Aktionäre nicht zugreifen. Für die verbleibende Lücke von 20 Millionen Euro soll es ebenfalls Zusagen geben, heißt es in der Branche.

Unterdessen berichtet die „Lebensmittelzeitung“, dass Vedder anstrebt, zum neuen Praktiker-Großaktionär aufzusteigen und bis zu 29,9 Prozent der Anteile zu erwerben. Vedder hatte bereits angekündigt, über seinen Whitesmith-Fonds Praktiker-Aktien für bis zu 30 Millionen Euro zu zeichnen. Er will aber nicht über die Schwelle von 30 Prozent der Anteile kommen, um ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre zu vermeiden. Über die Bezugsrechte von Maseltov soll Vedder bereits verfügen. Die Kapitalerhöhung soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

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Vorläufige Rettung

Erst am Dienstag war bei den Kredit-Verhandlungen ein Durchbruch erzielt worden. Praktiker hofft auf insgesamt 75 Millionen Euro, hat aber erst 40 Millionen Euro sicher. Über einen zweiten Kredit über 15 Millionen wird noch verhandelt, die restlichen 20 Millionen sollen nach der Kapitalerhöhung fließen. Damit scheint Praktiker-Interimschef Kay Hafner nach langem Tauziehen und einem kurzfristigen Wechsel des Verhandlungspartners doch noch eine – zumindest vorrübergehende – Rettung des Unternehmens gelungen zu sein. Dennoch dürfte er den Vorstandsvorsitz demnächst abgeben. Vor allem der Großaktionär Semper Constantia, der zusammen mit dem zypriotischen Fonds Maseltov 15 Prozent der Praktiker-Anteile kontrolliert, rangelt seit Monaten mit Hafner.

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Wie die WirtschaftsWoche bereits Mitte September berichtete gilt der frühere Aldi-Manager Armin Burger, der nach der Hauptversammlung im Juli in den Aufsichtsrat des Unternehmens eingezogen ist, als Favorit für den Chefposten. Auch im Aufsichtsrat stehen Veränderungen an. Nach der neuen Konstellation im Aktionärskreis dürfte der Aufsichtsratsvorsitzende Kersten von Schenk über kurz oder lang wohl sein Amt abgeben – schon um der Schmach einer Abwahl zu entgehen. Ein neuer Kandidat für den Aufsichtsrat steht derweil schon fest: Finanzinvestor Vedder will nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in das Kontrollgremium einziehen.

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