WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Tarifkonflikt Verdi kündigt Proteste bei Real an

Im Tarifstreit zwischen Real und Verdi droht die Eskalation: Die Metro-Tochter plant, ohne die Gewerkschaft einen neuen Tarifvertrag auszuarbeiten – diese droht mit Protesten.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die Einzelhandelskette betreibt in Deutschland mehrere hundert Supermärkte. Quelle: dpa

Düsseldorf Verdi hat die Ankündigung der Supermarktkette Real scharf kritisiert, abseits des Arbeitgeberverbands HDE notfalls ohne die Gewerkschaft einen Tarifvertrag schließen zu wollen. Die „beabsichtigte Flucht“ aus dem geltenden Tarifvertrag sei „hochgradig verantwortungslos“, erklärte die Gewerkschaft am Mittwoch.

„Offenbar ist den Verantwortlichen im Metro-Konzern ein tariflich garantierter Schutz der 34.000 Beschäftigten beim Tochterunternehmen Real völlig egal“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Die Gewerkschaft stelle sich nun auf eine „harte Auseinandersetzung“ ein: „Zusammen mit den Beschäftigten werden wir uns weiter für die Tarifbindung bei Real einsetzen – mit Löhnen, Gehältern und Arbeitsbedingungen, die zum Leben reichen.“

Der Real-Mutterkonzern Metro hatte zuvor angekündigt, eine Tarifpartnerschaft außerhalb des HDE schmieden zu wollen. Zweijährige Verhandlungen mit Verdi seien ohne Ergebnis geblieben, begründete Metro-Chef Olaf Koch den Schritt: „Wir haben uns aufgrund der offenkundigen Blockadesituation entschieden, Rahmenbedingungen für eine neue tarifpolitische Lösung zu schaffen.“ Real wolle dazu den Arbeitgeberverband AHD nutzen. Dieser hat bereits Tarifverträge für andere Konzernunternehmen der Metro abgeschlossen – auch mit anderen Tarifpartnern als Verdi.

Metro dringt bei Real auf „wettbewerbsfähige Personalkosten“, um die Sanierung der Kette voranzutreiben. Die Lohnkosten bei tarifgebundenen Einzelhändlern liegen über denen, die nicht im Flächentarif sind. Metro-Chef Koch hatte erklärt, die Lohnkosten bei Real überstiegen die von Konkurrenten zum Teil um bis zu 30 Prozent. Auf Basis der Mitgliedschaft im AHD ergebe sich nun für Real die Möglichkeit, „modernere und flexiblere Tarifverträge zu verhandeln“, teilte Metro weiter mit.

Beim monatlichen Entgelt für die bereits bei Real beschäftigten Mitarbeiter solle es aber keine Einschnitte geben. Verdi hatte Real vorgeworfen, Tarife langfristig um bis zu 40 Prozent absenken zu wollen. „Armutstarife sind mit uns nicht zu machen“, unterstrich Nutzenberger.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%