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Tarifstreit Bahn und Lokführergewerkschaft GDL verhandeln nun doch

Beide Seiten wollen sich am Freitag zu einer ersten Gesprächsrunde treffen. Zuvor hatte es monatelang Streit um die Tarifverhandlungen gegeben.

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Sowohl EVG als auch GDL erheben den Anspruch, für nahezu alle Beschäftigten in Deutschland beim Schienenpersonal zu verhandeln. Quelle: dpa

Nach monatelangem Streit nehmen Deutsche Bahn und Lokführergewerkschaft GDL nun doch Tarif-Verhandlungen auf. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler und GDL-Chef Claus Weselsky wollen sich am Freitag zu einer ersten Gesprächsrunde in Berlin treffen, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten.

Die GDL verlangt 4,8 Prozent mehr Lohn und eine Corona-Prämie von 1300 Euro für fast alle Beschäftigten des Schienenpersonals in Deutschland. Dazu kommen Forderungen wie mehr Sicherheitskräfte in den Zügen als Schutz auch für Zugbegleiter.

Die größere Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft EVG hat mit der finanziell schwer angeschlagenen Bahn bereits einen Corona-Sanierungstarifvertrag mit einer Laufzeit bis 2023 geschlossen. Er sieht unter anderem Lohnerhöhungen von 1,5 Prozent vor. Die GDL-Forderungen hatte die Bahn als maßlos zurückgewiesen. Sie würden die Personalkosten um 46 Prozent erhöhen.

Besonders kompliziert wird die diesjährige Tarifrunde aber dadurch, dass sowohl EVG als auch GDL den Anspruch erheben, für nahezu alle Beschäftigten in Deutschland beim Schienenpersonal zu verhandeln. Die GDL hatte so einen ersten Verhandlungstermin zu den Forderungen platzen lassen und erklärt, zunächst müsse sicher gestellt werden, dass alle rund 185.000 Beschäftigten von einem Abschluss profitieren würden.

Die Bahn setzte unterdessen das Tarifeinheitsgesetz um: Danach gilt ein Tarifvertrag nur dort, wo die jeweilige Gewerkschaft die Mehrheit hat. Von 300 Teilbetrieben hat die GDL aber laut Bahn nur in 16 eine Mehrheit, wo deren Abschluss gelten würden.

Mit konkreten Ergebnissen wird in der ersten Gesprächsrunde nicht gerechnet. Da der Tarifvertrag mit der GDL Ende Februar ausgelaufen ist, kann die GDL rechtlich seitdem streiken.

Mehr: Bahn-Chef Lutz hat seinen Vertrag gesichert – aber ohne Gehaltserhöhung

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