Tarifstreit bei Handelskette Verdi ruft zu Streiks bei Real auf

Exklusiv
Real-Fahnen Quelle: obs

Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 34.000 Real-Mitarbeiter aufgerufen, bereits an diesem Wochenende zu streiken. Metro-Chef Olaf Koch hat dafür kein Verständnis. Er sieht das Lohnniveau als „absolut marktgerecht“.

Die Gewerkschaft Verdi will die Metro-Tochter Real bestreiken. Dies geht aus einem „Streikaufruf“ an die rund 34.000 Beschäftigten des Unternehmens hervor, der der WirtschaftsWoche vorliegt. Bereits an diesem Freitag und Samstag (13. und 14. Juli) seien „bundesweite Arbeitsniederlegungen in einer Vielzahl der 280 Filialen“ geplant, erfuhr unsere Redaktion aus Gewerkschaftskreisen. Ein Verdi-Sprecher wollte sich zu konkreten Planungen nicht äußern.

Begründet werden die Streiks mit dem jüngst vollzogenen Ausstieg des Unternehmens aus der Tarifbindung mit Verdi. Trotz mehrfacher Aufforderung sei die Real-Führung nicht bereit, Tarifverhandlungen mit Verdi zu führen und „fordert stattdessen unzumutbare Gehaltsabsenkungen“, heißt es in dem Aufruf.

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Metro-Chef Olaf Koch wirft der Gewerkschaft dagegen vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur für neue Mitarbeiter „blockiert“ zu haben. „Ich frage mich, ob den Verdi-Vertretern eigentlich klar ist, wofür sie überhaupt kämpfen“, sagte Koch im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wir reden über 34.000 Arbeitsplätze, da kann ich nicht so tun, als wären Lohnkosten irrelevant für die Ertragsfähigkeit und langfristige Jobsicherung“, so Koch.

Das Lohnniveau bei Real bezeichnete Koch als „absolut marktgerecht“. Das zeige auch das Bewerberinteresse. „Trotz der Umstellung des Tarifmodells vor gut einem Monat haben wir über 800 neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt“, sagte Koch.

Die Metro-Tochter Real hatte im Frühjahr den Tarifvertrag mit der Gewerkschaft gekündigt und will nach dem Wechsel in den Arbeitgeberverband AHD neue Mitarbeiter künftig nach den für das Unternehmen deutlich günstigeren Tarifverträgen mit der Gewerkschaft DHV bezahlen. Verdi sieht darin eine „Tarifflucht“.

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