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Tengelmann-Chef Haub "Das ist brutal"

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"Wir setzen auf Qualität und Beratung"

Internetseite amazon.com Quelle: dpa

Werden Sie den Online-Lebensmittelhandel auch deutschlandweit anbieten?

Bundesweit wollen wir das im Moment nicht machen. Wir kennen das Geschäft, wissen um die Stolperfallen und da wäre uns das Risiko des Scheiterns zu groß.

Vor zwei Jahren sagten Sie, im deutschen Einzelhandel gebe es 25 Prozent Überkapazität. Wie sehen Sie das heute?

Die Aussage gilt nach wie vor. In allen Handelssegmenten, bei Baumärkten genauso wie im Drogeriebereich oder bei Lebensmitteldiscountern, gibt es Überkapazitäten. Durch die demografische Entwicklung und das Internet wird der Trend noch verschärft. Ein Online-Händler wie Amazon ist in einigen Sortimentsbereichen mittlerweile einer der größte Anbieter. Diese Entwicklung kann auf Dauer nicht am stationären Handel vorbei gehen.

Wo wird es Konsolidierungen geben?

Ich schließe keinen Bereich aus. Im Lebensmittelhandel ist die Konsolidierung schon am weitesten fortgeschritten. Bei den Warenhäusern wird das Thema seit Jahren diskutiert. Auch im Baumarktbereich wird sich noch einiges tun.

Das klingt so, als würden Sie das Ende Ihres Wettbewerbers Praktiker erwarten?

Es wird spannend, wie es dort weiter geht. Im Sommer hatten sich bereits Vermieter von Praktiker-Immobilien an uns gewendet, die nach dem Auslaufen der Mietverträge gerne Obi als Mieter sehen würden. Inzwischen haben wir die ersten Abschlüsse für einige Standorte.

Warum hat Praktiker so zu kämpfen?

Ich kann nur sagen, warum es bei Obi gut läuft. Wir setzen auf Qualität und Beratung. Das schätzen die Kunden offenbar mehr als die alleinige Ausrichtung auf den Preis.

Wobei Deutschland ja sonst als Discount-Hochburg gilt...

In Baumärkte gehen die Kunden vor allem, wenn größere Projekte wie Renovierungen oder Hausumbauten anstehen. Die meisten Kunden kommen nicht jede Woche in den Markt, sie kennen nicht jedes Produkt und nicht jeden Preis. Es kommt oft auch nicht primär auf den Preis an. Im Lebensmittelhandel ist es anders, da kennen die Kunden die Bandbreite der Preise für Markenprodukte. Im Baumarktbereich ist mir kein Discount-Konzept bekannt, das erfolgreich ist. Man braucht Beratung, Anleitung, Hilfestellung und Auswahl in den Märkten - das funktioniert als reiner Billiganbieter nicht.

Warum kaufen Sie Praktiker nicht und flaggen die Märkte auf Obi um?

An Praktiker haben wir kein Interesse. Es gibt zu viele Überschneidungen mit Obi-Standorten.

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