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Teure Online-Schnelltests Corona-Tests: Preise haben sich seit November fast verdoppelt

Ein Schüler eines Gymnasiums in Halle (Sachsen-Anhalt) macht seinen ersten Corona-Schnelltest.. Quelle: dpa

Seit die vierte Corona-Welle Fahrt aufnimmt, schnellen auch die Preise für Schnelltests im Onlinehandel nach oben, zeigt eine exklusive Datenanalyse. Werden jetzt auch Masken und Desinfektionsmittel teurer?

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Vom Bestseller zum Ladenhüter und retour: Als der Discounter Aldi im März mit dem Verkauf von Corona-Selbsttests begann, bildeten sich vor den Filialen lange Warteschlangen. Wettbewerber Lidl zog online rasch nach, ebenso wie zahlreiche weitere Supermarkt- und Drogerieketten. Doch innerhalb weniger Monate kippte der Markt, die Nachfrage brach ein und die Handelsunternehmen versuchten, ihre Bestände loszuschlagen. Hatten sie zur Markteinführung noch rund fünf Euro pro Selbsttest verlangt, sanken die Preise auf unter zwei Euro pro Stück. Im Sommer gab es die Tests mitunter gratis zu jedem 20-Euro-Einkauf dazu. 

Doch seit die vierte Corona-Welle in Deutschland Fahrt aufnimmt, hat der Schnelltestmarkt erneut eine radikale Wende vollzogen – vor allem im Onlinehandel sind die Preise deutlich nach oben geschnellt. Das zeigt eine exklusive Auswertung des Stuttgarter Unternehmens Price Intelligence. Der auf das Preismonitoring im Onlinehandel spezialisierte Dienstleister erfasst und analysiert täglich für zig Tausende Produkte die Preise auf den verschiedenen E-Commerce-Plattformen. 

Für die WirtschaftsWoche haben die Datenexperten Sebastian Klumpp und Laurenz Kögler die Preisentwicklung von insgesamt 76 verfügbaren Corona-Laienschnelltests gerastert, die in diversen Onlineshops verkauft werden. Das Resultat ist eindeutig: Am 1. Dezember haben Schnelltests demnach durchschnittlich rund 92 Prozent mehr gekostet als am 1. November. Bei einzelnen Angeboten registrierten die Experten Preissprünge von mehr als 300 Prozent, in einem Fall sogar von 471 Prozent. 

„Momentan online nicht verfügbar“

Der Hintergrund der Entwicklung: Die gestiegene Nachfrage trifft auf einen stark ausgedünnten Bestand. Etliche Anbieter, die über Reserven verfügen, nutzen das, um jetzt Kasse zu machen und erhöhen die Preise. Wie mager das Angebot ist, zeigt der Besuch von Onlineshops großer Handelsketten. Corona-Schnelltests seien „aktuell nicht vorrätig“, heißt es etwa bei Rossmann. Bei Rewe finden sich keine entsprechenden Produkte, bei dm sind Tests „momentan online nicht verfügbar“. Und auch Lidl gibt an, Corona-Tests seien nur „in der Filiale“ verfügbar.

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    Allerdings sind Tests inzwischen auch in vielen Filialen Mangelware. Wer dennoch ordern will, muss bereit sein, ordentliche Aufschläge zu zahlen – zumindest im Vergleich zum Sommer. Bei Amazon kosten verfügbare Tests rund vier bis fünf Euro – und damit in etwa wieder so viel wie im Frühjahr. Auch bei Ebay und im Kaufland-Onlineshop werden von Drittanbietern, die über die Plattformen verkaufen, ähnliche Tarife aufgerufen. 

    Immerhin, für FFP2-Masken und Desinfektionsmittel halten sich die Aufschläge im Onlinehandel bislang in Grenzen. Hier registrierten die Price-Intelligence-Experten zwischen November und Dezember einen Preisanstieg von elf Prozent bei Masken und keine Veränderung bei Desinfektionsmitteln. 

    Mehr zum Thema: Eine exklusive Studie der GfK zeigt, wie viel jeder Deutsche für Geschenke ausgeben will und wovor sich Verbraucher derzeit am meisten fürchten.

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