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Textilindustrie Wütender Aktionismus in Bangladesch

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Angst um Markenruf

Produktionsbedingungen in der Textilfabrik
Das brennende Gebäude Quelle: dapd
Bangladeschs Hauptstadt Dhaka Quelle: Probal Rashid für WirtschaftsWoche
Slum von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka Quelle: Probal Rashid für WirtschaftsWoche
Frauen in Bangladesch Quelle: Probal Rashid für WirtschaftsWoche
Männer verladen Altpapier Quelle: Probal Rashid für WirtschaftsWoche
Näherinnen in einer Fabrik Quelle: Probal Rashid für WirtschaftsWoche
Frauen in einer Fabrik mit vergitterten Fenstern Quelle: Probal Rashid für WirtschaftsWoche

Die Regierung weiß das, doch geschehen ist nichts. Die Mehrheit des Parlaments von Bangladesch dominieren Textilfabrikanten oder ihre Strohmänner. Der mächtigen Lobby der Textilhersteller, die für über 80 Prozent des Exports von Bangladesch stehen, hatte die Politik in Dhaka bis dato nie etwas entgegenzusetzen. Darum müssen die Näherinnen bis heute mit kaum mehr als 30 Euro Monatslohn auskommen – ein Salär, für das sich die Frauen in vermeintlich schwächer entwickelten Ländern Afrikas nicht krumm machen würden.

Und so ist der plötzliche Aktionismus der Politik vor allem dem Druck der Straße geschuldet. Dort protestieren die Menschen schon seit Wochen immer wieder für mehr Arbeitssicherheit, die Ausbezahlung von Überstunden, höhere Löhne und fairere Arbeitsbedingungen. Die meisten Bengalen verbringen die Nacht nach einem Zwölf-Stunden-Tag in einer schäbigen Textilfabrik im Slum – obwohl die Wirtschaft in den vergangenen Jahren stets um sieben, oft um mehr als zehn Prozent gewachsen ist.

In Arbeit
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In Bangladeschs Textilindustrie muss sich einiges ändern: Die Politik muss ein funktionierendes Kontrollsystem aufbauen, damit die Fabriken sicherer werden. Löhne sollten schrittweise steigen, die Arbeitszeiten sinken, auch um Streiks zu vermeiden. Dies alles setzt aber die Einsicht der lokalen Fabrikanten voraus, die bislang jede soziale Verbesserung im Keim ersticken.

Dabei sollten sie verstehen, dass ihnen bei anhaltenden Skandalen die Auftraggeber aus dem Westen ausbleiben – weil Unternehmen wie Esprit, H&M, C&A, ja sogar Kik wegen der tödlichen Zwischenfälle die Beschädigung ihrer Marken fürchten.

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