Textilkonzern: Insolvenzverwalter verkauft Ahlers-Marken an Textilkette Röther
Die börsennotierte Ahlers AG hatte im April Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit angemeldet.
Foto: Ahlers AGDas Kerngeschäft des insolventen Textilkonzerns Ahlers geht an den Modefilialisten Röther. Das Geschäft mit den Marken Pierre Cardin, Baldessarini, Otto Kern, Pioneer-Jeans und Pionier Berufskleidung werde an das Familienunternehmen aus dem württembergischen Michelfeld verkauft, teilte Ahlers am Montag in Herford mit.
Auch die Auslandstöchter in Polen, der Schweiz, Frankreich, Österreich, Ungarn und Spanien und die Produktion in Sri Lanka gehen an Röther. Die Aktionäre, allen voran die Familie von Vorstandschefin Stella Ahlers, gehen leer aus. „Der Veräußerungserlös steht den Gläubigern zu“, hieß es in der Mitteilung. Wie hoch sie sind, teilte das Unternehmen nicht mit.
Die 1972 gegründete Röther betreibt unter dem Namen Modepark Röther 48 Modefilialen in Deutschland, in denen bisher auch Ahlers-Mode verkauft wird. Die Verträge sollen kurzfristig unterzeichnet werden, der tatsächliche Vollzug hänge aber noch an Vereinbarungen mit den Lizenzgebern für Marken wie Pierre Cardin und an bestimmten Restrukturierungsmaßnahmen.
Die börsennotierte Ahlers AG und sieben Tochterfirmen mit 400 Mitarbeitern hatte im April Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Insgesamt hatte Ahlers damals 1700 Beschäftigte.
Insolvenzverwalter ist der bekannte Sanierer Biner Bähr von der Kanzlei White & Case. Das Unternehmen schreibt seit Jahren Verluste, Gespräche über die Finanzierung waren gescheitert.
Im ersten Halbjahr 2022/23 (per Ende Mai) stieg der Umsatz zwar um zehn Prozent auf 88,5 Millionen Euro, der Nettoverlust weitete sich aber auf 6,9 (Vorjahr: 6,0) Millionen Euro aus.