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Tönnies Die Schlacht beim Metzger

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Patt-Situation

Clemens Tönnies Quelle: Nils Hendrik Müller für WirtschaftsWoche

Seit dem Tod seines Bruders war Clemens der Alleinherrscher im Unternehmen. Dabei spielte es keine Rolle, dass ihm erst seit rund vier Jahren die Hälfte des Schweineimperiums gehört.

Zuvor war er mit 40 Prozent in der Minderheit, die restlichen 60 Prozent teilten sich brüderlich die Söhne seines verstorbenen Bruders: Clemens Tönnies junior, 36, und Robert, 33. Anfang 2009 schenkten die Neffen ihrem Onkel schließlich jeweils Anteile in Höhe von fünf Prozent. Damit gehörte Clemens Tönnies die Hälfte.

Anfang 2012 teilte Robert dann in einem Schreiben an die Führungsspitze des Unternehmens mit, er habe die 25 Prozent seines Bruders übernommen und halte nun, wie sein Onkel, 50 Prozent am Unternehmen. Damit stünden sich Robert und Clemens in einer klassischen Patt-Situation gegenüber.

Seltsam nur: Nach Erkenntnissen von Clemens Tönnies’ Anwälten ist noch keine Anmeldung des Eigentümerwechsels im Handelsregister erfolgt. Trotzdem will Robert längst mehr. Er forderte von Clemens Tönnies den Anteil zurück, den er diesem geschenkt hatte. Die Folge liegt auf der Hand: Der Neffe wäre Mehrheitseigner des Fleischimperiums, das der Onkel jahrelang aufbaute, die Entmachtung des bisherigen Alleinherrschers möglicherweise nur noch eine Frage der Zeit.

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    "Grober Undank"

    Kampf um die Wurst.

    Für Clemens Tönnies wäre dies der totale Affront: Ausgerechnet sein Neffe, der gelernte Metzger und spätere Betriebswirt, der sich einem Insider zu Folge mehr schlecht als recht durch das gemeinsame Unternehmen quält, sollte den erfolgreichen Onkel verdrängen.

    Und das, sagt Anwalt Hoffmann-Becking, obwohl dessen Vater Bernd bereits Anfang der Neunzigerjahre angekündigt habe, seinen Bruder Clemens gleichberechtigt am Unternehmen beteiligen zu wollen. Belege dafür kann der Jurist nicht bieten. Nach dem Tod von Bernd habe es bis zum Vollzug der Anteilsparität jedoch bis Ende 2008 gedauert, weil beide Parteien steuersparende Änderungen im Schenkungsrecht hatten abwarten wollen.

    Den Widerruf der Schenkung begründet Robert Tönnies’ Anwalt Binz nun mit "grobem Undank". Darunter verstehen Juristen schwere Verfehlungen, die sich ein Beschenkter zuschulden kommen lässt. In solchen Fällen kann derjenige, der etwas verschenkt hat, die Schenkung widerrufen. Robert Tönnies’ Anwalt begründet den Vorwurf mit den privaten Investments von Clemens Tönnies.

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