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Tönnies Die Schlacht beim Metzger

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Streitigkeiten

Schweine beim Schlachter Quelle: REUTERS

Dieser hatte sich sowohl eine Mehrheitsbeteiligung an seinem Wettbewerber zur Mühlen mit Wurstmarken wie Redlefsen und Böklunder zugelegt. Zudem entschied Clemens Tönnies, eigene Schweinezucht- und Schlachtbetriebe in Russland aufzubauen. Davon, so Binz gegenüber der WirtschaftsWoche, hätten die Neffen erst nach der Schenkung erfahren.

Das will Clemens Tönnies nicht gelten lassen. Vielmehr habe er, lässt er erklären, die Zustimmung für den Einstieg bei der zur Mühlen Gruppe erhalten. Und zwar vom Testamentsvollstrecker Josef Schnusenberg, unter dessen Obhut seine Neffen Clemens junior und Robert standen. Damit hätten alle Gesellschafter dem Geschäft beigepflichtet.

Das Engagement bei der zur Mühlen Gruppe versprach zwar Vorteile für die Tönnies-Gruppe. Andererseits barg der Einstieg auch erhebliche Risiken, denn dem Wurstproduzenten mit 800 Millionen Euro Umsatz ging es seinerzeit wirtschaftlich nicht besonders gut. Deshalb sei entschieden worden, dass Clemens Tönnies die Risiken alleine tragen und die Neffen heraushalten solle.

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    "Robert Tönnies war das Engagement seines Onkels nachweislich seit 2008 bekannt", entgegnet Anwalt Hoffmann-Becking allen anderslautenden Vorwürfen. Für das Engagement in Russland gelte im Grundsatz dasselbe. Auch diesen Aktivitäten habe Testamentsvollstrecker Schnusenberg zugestimmt; die Aktivitäten im Putin-Reich seien Robert Tönnies seit 2009 bekannt.

    Seinerzeit sei allen Gesellschaftern der Tönnies-Gruppe eine Aufstellung aller privaten Beteiligungen von Clemens Tönnies ausgehändigt worden. Gleichwohl habe sich Clemens Tönnies stets seinem Neffen gegenüber mündlich bereit erklärt, seine Privataktivitäten in das Fleischimperium einzubringen, das ihm und seinem Neffen Robert zusammen gehört. Offenbar waren die Gespräche über die Modalitäten und den Wert des Geschäfts im Spätherbst 2011 weit fortgeschritten.

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