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Tote Hose oder zweite Runde? 5 Fakten zur Insolvenz von Beate Uhse

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Beate-Uhse-Filialen verkaufen sich schleppend

Vor allem der Verkauf in den Filialen lief in den vergangen Jahren immer schleppender. Dass es zu Schließungen und Standortabgaben kommen wird, scheint damit absehbar. So gelten etwa die Münchner Läden schon seit längerem als Schließungskandidaten, auch weil die Vermieter die vorzeitige  Räumung wohl bezuschussen würden. Besonders erstaunlich: Trotz des allgemeinen Online-Booms hat Beate Uhse auch im E-Commerce zu kämpfen.

Während junge Rivalen wie eis.de und Amorelie im Netz performen und auch Amazon immer mehr Erotikartikel anbietet, war der Online-Umsatz von Beate Uhse nach Brancheninformationen sogar rückläufig. Vor allem das Plattformgeschäft, also der Verkauf von Beate-Uhse-Produkten über Anbieter wie Amazon, gilt als unterentwickelt. Im Online-Marketing hat der Konzern gepatzt.

Doch derlei handwerkliche Schwächen lassen sich korrigieren, vermutlich sogar mit weniger Aufwand als bei einer Umgestaltung der Filialen. Hinzu kommen die guten Perspektiven von Beate Uhse im französischen Online-Geschäft. Dort tritt das Unternehmen unter der Marke Adam & Eve an und muss sich bislang weit weniger Konkurrenz erwehren als im deutschen Online-Markt.

Die Gläubiger

Zu den wichtigsten bisherigen Geldgebern zählen die Investoren einer 30 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe, die bis 2019 läuft. Sie werden im vorläufigen Gläubigerausschuss von einem Doppel repräsentiert, das nicht unbedingt für harmonische Gremienarbeit bekannt ist. Zum einen wirkt der omnipräsente Frank Günther, Chef der Beratung One Square Advisory, der als Gemeinsamer Vertreter für das Wohlergehen sämtlicher Anleihegläubiger sorgen soll. Gleichzeitig ist Andreas Jaufer vom Debt-Investor Robus Mitglied im Gläubigerausschuss, ebenfalls bekannt für einen - nun ja - robusteren Aufschlag. Robus soll laut "Finance" zu den größten Anleihegläubigern gehören und mit Beate Uhse im Herbst über einen Brückenkredit verhandelt haben.
Daneben zieren der Uhse-Manager Jürgen Schulz, der Hamburger Bank-und Insolvenzrechtler Nils Breuninger sowie Andreas Uelhoff, Chef der Finanzberatung Eule Corporate Capital, das Gremium.

Die Rettungsaussichten

Die Marke Beate Uhse wird nicht vom Markt verschwinden. Allerdings wird Beate Uhse auch nicht in der heutigen Form weitermachen. Ein Investor könnte versuchen, das Online-Geschäft zu forcieren, das Filialgeschäft kräftig zu stutzen und die Marke über mehr Eigenmarkenprodukte und Vertriebspartnerschaften mit Handelspartnern wie Drogerieketten neu zu beleben.

Die entscheidende Frage ist, ob die Gläubiger mitspielen.

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