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Trotz Rückgängen Metro zahlt in der Coronakrise Dividende

Metro legt den Anlegern eine Dividende unter den Weihnachtsbaum. Quelle: dpa

Anleger des Großhandelsriesen Metro erhalten weiterhin eine Dividende in Höhe von 70 Cent je Aktie. Obwohl der Konzern starke Einbußen durch Corona verzeichnet.

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Der scheidende Metro-Chef Olaf Koch legt den Anlegern in der Corona-Krise eine Dividende unter den Weihnachtsbaum. Der Großhandelsriese will seinen Anteilseignern für das Geschäftsjahr 2019/20 eine unveränderte Dividende von 70 Cent je Aktie zahlen, wie er am Montag mitteilte. Möglich wird dies auch durch die Einnahmen aus dem Verkauf des China-Geschäfts, denn der Konzern verbuchte durch die aus der Pandemie resultierenden Belastungen für wichtige Kundengruppen wie Hotels und Restaurants Rückgänge in seinem Geschäft. Im neuen Geschäftsjahr 20/21 rechnet der Konzern nun mit einem leichten Umsatzminus, für den bereinigten operativen Ertrag (Ebitda) wird ein Ergebnisrückgang im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet.

Metro verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang um 5,4 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Das bereinigte Ebitda schrumpfte um 16,8 Prozent auf rund 1,16 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der Konzern durch den Verkauf des Mehrheitsanteils an seinem China-Geschäft nach Minderheiten 460 Millionen Euro.

Metro wird nun vom Jahreswechsel an von einer Doppelspitze geführt, bis ein Nachfolger für Koch gefunden ist. Die Vorstände Christian Baier und Rafael Gasset übernehmen ab Januar gemeinsam für die Interimszeit die Position des Vorstandsvorsitzenden. Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann sucht einen Nachfolger für Koch.


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Koch hatte im August angekündigt, Metro zum Jahresende verlassen zu wollen. Danach hatte Großaktionär Daniel Kretinsky mit einer Übernahmeofferte mehr als 40 Prozent der Metro-Anteile eingesammelt. Er kann damit weiter Aktien zukaufen und seinen Griff um Metro festigen. Koch war 2012 auf den Chefposten der damaligen Metro gerückt und hatte den weit verzweigten und hoch verschuldeten Konzern zu einem reinen Großhändler umgebaut. Unter anderem hatte er den Warenhausriesen Kaufhof verkauft, die Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn unter der Holding Ceconomy abgespalten. Zuletzt hatte sich Metro im vergangenen April endgültig von der Supermarktkette Real getrennt.

Mehr zum Thema: Beim ersten Versuch, den Handelskonzern Metro zu übernehmen, scheiterte der Milliardär Daniel Křetínský. Beim zweiten stieß er erneut auf Gegenwehr.

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