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Übernahme durch Edeka Tengelmann geht nicht auf Migros-Interesse ein

Am Wochenende hat die Schweizer Tegut-Kette Interesse an den bayerischen Tengelmann-Filialen bekundet. Edeka hält sich zu dem neuen Konkurrenten im Übernahme-Rennen bedeckt – ebenso wie Tengelmann selbst.

huGO-BildID: 28384523 ARCHIV - Das Logo eines tegut-Supermarkts, aufgenomen am 24.07.2009 in Fulda. Die deutsche Supermarktkette Tegut wird zu 100 Prozent vom Schweizer Handelsriesen Migros übernommen. Foto: Uwe Zucchi (zu dpa-Korr «Tegut, Ditsch und Co.: Schweizer auf Einkaufstour in Deutschland» vom 16.10.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Der Schweizer Handelskonzern Migros will 130 Tengelmann-Geschäfte in Bayern übernehmen. "Wir möchten ins Bieterrennen einsteigen", sagte Jörg Blunschi, Chef der Migros-Genossenschaft Zürich, der "Schweiz am Sonntag". Damit würden die Schweizer ihre Position auf dem von Preiskämpfen bestimmten deutschen Lebensmittelmarkt ausbauen. Bereits 2012 hatte die Züricher Genossenschaft des Migros-Konzerns die rund 290 Lebensmittelmärkte der hessischen Tegut übernommen.

"Wir wollen mit Tegut aus unserem Stammgebiet in Hessen, Thüringen und Nordbayern hinaus auch im Süden Deutschlands wachsen. Die 130 Tengelmann-Standorte in Bayern wären deshalb für uns perfekt", sagte Blunschi. Mit Tegut sieht sich Blunschi auf Kurs, auch wenn er schwarze Zahlen erst für 2018 erwartet.

Die größten Lebensmittelhändler Deutschlands

Edeka und Tengelmann halten sich in der Frage zunächst bedeckt. Die beiden Handelskonzerne wollten zunächst die Entscheidung des Wirtschaftsministers abwarten, erklärten die Sprecher am Montag übereinstimmend. Diese wird für Ende August/Anfang September erwartet.

Rewe will die Übernahme verhindern

Eigentlich wollte Tengelmann sich von Kaiser's trennen und bundesweit 451 Supermärkte an den Rivalen Edeka verkaufen. Doch das Kartellamt hat die Großfusion untersagt, da es eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs befürchtet. Dies wäre vor allem in ohnehin stark konzentrierten regionalen Märkten wie Berlin, München, Oberbayern und Nordrhein-Westfalen der Fall gewesen.

Der von den Unternehmen angebotene Verzicht auf gut 100 der 450 Kaiser's-Standorte hatte die Bedenken der Kartellwächter nicht zerstreuen können. Denn die Standorte seien oft in Märkten gelegen, in denen das Kartellamt gar kein wettbewerbliches Problem gesehen habe oder es habe sich um Filialen gehandelt, die ohnehin geschlossen werden sollten, wie Kartellamtschef Andreas Mundt erklärte.

Auch Konkurrent Rewe will die Kaiser's-Übernahme durch Edeka mit allen Mitteln verhindern. "Es wäre ungesund für den Wettbewerb, wenn Edeka Kaiser's übernehmen dürfte", hatte Rewe-Chef Alain Caparros im Reuters-Interview jüngst gesagt. Er brachte unter anderem einen Einstieg von Migros ins Spiel.

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Sollten Edeka und Tengelmann mit ihrem Anliegen scheitern, dürfte die defizitäre Kaiser's Tengelmann-Supermarktkette mit ihren knapp 16.000 Mitarbeitern zerschlagen werden. Caparros hatte dazu erklärt, es sei abwegig, zu argumentieren, es gingen 16.000 Arbeitsplätze verloren, wenn die Übernahme platze. Rewe wäre in diesem Fall bereit, sich in die Bresche zu werfen.

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