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Übernahmekampf Investor Hellman & Friedman zieht bei Zooplus mit EQT gleich

Der Finanzinvestor Hellman & Friedman bietet jetzt ebenfalls 470 Euro je Aktie, also insgesamt 3,6 Milliarden Euro – und ist damit dennoch im Vorteil.

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Die beiden Interessenten bieten jeweils 470 Euro je Aktie – insgesamt also 3,6 Milliarden Euro. Quelle: dpa

Die Aktionäre des Münchner Tierbedarfshändlers Zooplus haben nun die Wahl zwischen zwei finanziell gleichwertigen Übernahmeangeboten. Der kalifornische Finanzinvestor Hellman & Friedman (H&F) zog am Donnerstagabend mit der Offerte der schwedischen Beteiligungsfirma EQT gleich und bietet jetzt ebenfalls 470 Euro je Aktie – insgesamt also 3,6 Milliarden Euro. Bisher hatte H&F 460 Euro je Aktie offeriert. Damit ist H&F aber wieder im Vorteil: Die Amerikaner haben sich nämlich bereits gut 17 Prozent der Zooplus-Anteile von dessen Großaktionären gesichert. An diese Zusage sind diese nun wieder gebunden, nachdem H&F nachgezogen hat.

Die Zooplus-Aktionäre haben bis 3. November Zeit, eines der beiden Angebote anzunehmen. Die eigentlich nur bis 12. Oktober laufende Offerte von H&F verlängert sich nach dem deutschen Übernahmerecht entsprechend.

Mit Spannung erwartet wird nun, wie sich der Vorstand von Zooplus positioniert, der sich vor der EQT-Offerte klar für das Angebot von Hellman & Friedman ausgesprochen hatte. Firmenchef und Mitgründer Cornelius Patt hatte selbst vorsichtig die Fühler nach einem Investor ausgestreckt, der Geld für die Expansion im Ausland mitbringen und Zooplus vom kurzfristigen Erfolgsdruck befreien sollte, den die Börsennotiz mit sich bringt. Dabei war er zunächst bei H&F fündig geworden, der Vorstoß hatte aber EQT auf den Plan gerufen.

„Hellman & Friedman ist weiterhin fest entschlossen, die vereinbarte langfristige strategische Partnerschaft mit Zooplus umzusetzen“, hieß es in der Mitteilung der Amerikaner. Diese habe für Zooplus erhebliche Vorteile. Zooplus hatte sich bisher nicht auf eine Seite geschlagen: „Beide potenziellen Partner hätten die Finanzkraft und die strategische Expertise, um Zooplus dabei zu unterstützen, seine führende Marktposition auf dem europäischen Heimtiermarkt langfristig zu stärken“, hatte eine Sprecherin gesagt, nachdem EQT seine Offerte angekündigt hatte. H&F und EQT haben sich jeweils eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent zum Ziel gesetzt und wollen Zooplus von der Börse nehmen.

Die Zooplus-Aktionäre hatten bisher darauf gesetzt, dass 470 Euro im Poker um Zooplus noch nicht das letzte Wort sein würden. Am Donnerstag schloss die im Kleinwerteindex SDax notierte Aktie bei 483 Euro.

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