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Umfassende Sanierung Bei Kaufhof fallen 2600 Vollzeitstellen weg

Kaufhof ist seit Ende November Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Konkurrenten Karstadt. Quelle: dpa

Die Geschäftsführung des Kaufhausriesen Karstadt/Kaufhof sieht sich zu einem umfassenden Sparprogramm gezwungen. Die Geschäfte bei Kaufhof laufen nicht, nun sind dort Tausende Stellen in Gefahr.

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Dem Warenhauskonzern Kaufhof steht nach Umsatzrückgängen im wichtigen Weihnachtsgeschäft vor tiefen Einschnitte. Bei der kriselnden Kaufhauskette sollen im Zuge der Fusion mit dem Rivalen Karstadt rund 2600 Stellen abgebaut werden. Das kündigte Karstadt am Freitag in Essen an. Konzernchef Stephan Fanderl betonte, in seinem derzeitigen Zustand sei der Kaufhof „langfristig nicht überlebensfähig“.

Rund 1000 Vollzeitstellen sollen in den Führungs- und Verwaltungsstrukturen wegfallen, weitere 1600 Vollzeitstellen in den Filialen, wie der Konzern mitteilte. Sanierungsbedingte Filialschließungen sind dagegen vorläufig nicht geplant. Mehrere Zeitungen hatten zuvor darüber berichtet.

Die Erlöse der Kette sind in Deutschland von Anfang November bis Anfang Januar im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Sogar im Online-Geschäft, das bei den Konkurrenten wächst, habe die Kette gegen den Trend ein Umsatzminus verbucht. Das Weihnachtsgeschäft lag unter den Erwartungen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Bei Kaufhof führe nun kein Weg an einer „entschlossenen Sanierung vorbei“, hieß es im Umfeld des Unternehmens – und es bestehe weiterer Finanzierungsbedarf. Eine umfassende Sanierung sei nur mit frischem Geld möglich.

Kaufhof ist seit Ende November Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Konkurrenten Karstadt. Der frühere Kaufhof-Eigner HBC hatte der Fusion im vergangenen Jahr nach langem Zögern zugestimmt. Die Nordamerikaner sind mit 49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Karstadt beteiligt, das über rund 240 Filialen mit einem Umsatz von gut fünf Milliarden Euro verfügt. Mehrheitseigner ist die Signa Holding des österreichischen Investors Rene Benko. Beide Eigner hatten bei dem Zusammenschluss unter anderem jeweils 100 Millionen Euro in bar in das neue Unternehmen eingebracht.

Karstadt hat im operativen Geschäft das Sagen. Der langjährige Karstadt-Chef Stephan Fanderl führt den neuen Warenhaus-Riesen. Er muss nun entscheiden, ob und welche Warenhäuser geschlossen werden. Auch von der ehemaligen Kaufhof-Zentrale in Köln dürfte nach den Sanierungsmaßnahmen nicht viel übrigbleiben. Wie die „SZ“ aus Unternehmenskreisen erfuhr, soll der neue Warenhausriese aus Karstadt und Kaufhof federführend aus der Essener Karstadt-Zentrale heraus gelenkt werden. Der Kölner Kaufhof-Hauptsitz stehe aber nicht vor dem endgültigen Aus, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Er solle als eine Art Außenstelle erhalten bleiben, einige Management-Funktionen verblieben in der Domstadt.

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