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UPS-Chef Jim Barber fordert einen Turnaround im US-Geschäft

Nach dem Kurssturz der UPS-Aktie fordert Chef des Logistikriesen Jim Barber gravierende Änderungen in der US-Strategie des Konzerns.

Der Logistikkonzern enttäuschte zuletzt seine Anleger. Quelle: dpa

Vor wenigen Tagen gab Donald Trump seine erste Rede zur Lage der Nation. Der Präsident gab sich versöhnlich, versuchte Gräben zu überbrücken und zu vereinen. Für Jim Barber, Chef internationales Geschäft von UPS, ein Startsignal für bessere Zeiten: „Ich fühle mich gut“, sagt er.

Im ersten Amtsjahr griff Trump das nordamerikanische Handelsabkommen Nafta scharf an, kritisierte Exportnationen wie China und Deutschland. Der weltweit größte Logistikkonzern pocht dagegen in Washington auf Freihandel. Zölle und Tarife sind schlecht für das Geschäft. Laut UPS „berührt“ es drei Prozent des Weltbruttosozialprodukts.

Barber sieht jetzt Zeichen für „Optimismus“. Der Präsident hätte in der Rede und vor wenigen Tagen auf dem Wirtschaftstreffen Davos ein anderes Gesicht gezeigt. „Das zweite Amtsjahr wird weniger tumultuös“, hofft Barber. Die Umfragewerte von Trump seien „am Boden“, daher komme der Wandel.

Künftig würde mehr Wirtschaftspragmatismus im Vordergrund stehen. Das Handelsabkommen Nafta würde zwar „aufgefrischt“, aber weiterhin bestehen bleiben. Die Steuerreform tue der US-Wirtschaft gut, sie würde stark in Schwung kommen, er sei „sehr, sehr zuversichtlich“. UPS kündigte an, aufgrund der Absenkung der Unternehmenssteuern zusätzlich zwölf Milliarden Dollar in den USA zu investieren.

Über die vergangene Weihnachtssaison bekam UPS den Boom in den USA fast zu sehr zu spüren. Der Logistikkonzern musste 762 Millionen Pakete ausliefern, zwölf Millionen mehr als das Unternehmen vorhersagte. Um der Auftragsflut Herr zu werden, gab es in den USA 125 Millionen Dollar mehr als geplant aus, was die Gewinnmargen in der Region senkte. Die Aktionäre waren wenig begeistert, die Aktie fiel um fast sechs Prozent.

„Unsere Aufgabe ist es jetzt, einen Turnaround in den USA hinzubekommen“, sagte Barber. Vorbild sei Fedex, die bislang nicht ihre Kapitalinvestitionen erhöhen musste. Der Konkurrent leistete in den USA „ohne Frage in den vergangenen zehn Jahren eine gute

Arbeit“, sagt Barber, „auch wenn sie im internationalen Geschäft noch hinterher hinken“.

Die Herausforderungen durch den boomenden E-Commerce sind laut Barber enorm. Das früher stabile Geschäft schwanke jetzt viel stärker durch den Anstieg privater Nutzer, jeder könne von seinem Handy jederzeit aus bestellen. „Der Verbraucher streicht derzeit den ökonomischen Vorteil an“, sagt Barber, „digitale Plattformen setzen uns unter Druck“.

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