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US-Einzelhändler Walmart prüft Milliarden-Übernahme von US-Versicherer Humana

Der Einzelhändler könnte durch den Kauf zu einem der größten US-Krankenversicherer werden. Für Walmart wäre es der größte Deal der Konzerngeschichte.

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Der Einzelhändler hat bereits enge Geschäftsbeziehungen mit Humana. Quelle: AP

New York Der US-Einzelhandelsriese Walmart prüft offenbar die Übernahme des Versicherungsriesen Humana. Die Konzerne hätten bereits Verhandlungen eingeleitet, berichten am Donnerstagabend das „Wall Street Journal“ (WSJ) und Reuters unter Berufung auf Insider.

Demnach sind die Gespräche noch in einem frühen Stadium. Unter anderem ist unklar, wie ein Deal der beiden Konzerne aussehen könnte. Walmart und Humana äußerten sich zunächst nicht zu den Berichten.

Sollte es zu einer Übernahme kommen, hätte er gewaltige Ausmaße: Humana wird derzeit mit rund 37 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) an der Börse bewertet. Für Walmart wäre das die mit Abstand größte Akquisition. Gleichzeitig würde der Einzelhändler dadurch zu einem der größten Krankenversicherer in den USA werden.

Beide Konzerne haben bereits enge Geschäftsbeziehungen. So können Humana-Versicherte bis zu 20 Prozent der Kosten für Arzneimittel sparen, wenn sie die Mittel bei Walmart kaufen. In fast allen der rund 4700 US-Filialen verkauft der Einzelhändler laut WSJ auch Medikamente.

Walmart hofft, dass durch eine engere Verbindung mehr Humana-Versicherte den Weg in Walmart-Filialen auch für allgemeine Einkäufe finden. An der Börse teilte man diese Einschätzung zunächst nicht. Die Aktien des Konzerns rutschten nachbörslich mehr als ein Prozent ins Minus, während die Papiere von Humana um mehr als zehn Prozent anzogen.

Die Übernahmegespräche kommen zu einer Zeit, in der der US-Markt für Gesundheitsdienstleistungen heftig in Bewegung ist. Erst im Dezember hatte die große Apotheken- und Drogeriekette CVS die Übernahme des Humana-Konkurrenten Aetna für 69 Milliarden Dollar angekündigt.

Im Februar gaben der Einzelhändler Albertsons und die Apotheken-Kette Rite Aid ihre Fusion bekannt. Mit dem Zusammenschluss entsteht ein Riese mit 4900 Supermärkten, 4350 Apotheken und 320 Kliniken. Einen Monat zuvor kündigten Amazon, Berskshire Hathaway und JP Morgan an, eine eigene Krankenversicherung für ihre Angestellten aufbauen zu wollen.

Vor allem Amazon setzt den Gesundheitsmarkt unter Druck. Analysten halten es für wahrscheinlich, dass Einzelhändler und Versicherer im schärfer werdenden Wettbewerb mit dem Online-Riesen zusammenrücken – sofern es die US-Kartellwächter zulassen. Deals zwischen Aetna und Humana sowie Anthem und Cigna waren hieran gescheitert.

Erst kürzlich hat Amazon Walmart einen weiteren Seitenhieb verpasst und sein Prime-Programm für Bedürftige erweitert. Von der preisreduzierten Mitgliedschaft profitieren nun auch die Nutznießer von Medicaid, dem staatlichen Krankenversicherungsprogramm für Menschen mit niedrigem Einkommen – eine für Walmart wichtige Zielgruppe.

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