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Verbraucherschutz Garantie und Gewährleistung: Das ist der Unterschied

Gesetzliche Gewährleistung oder Garantie Quelle: imago/photothek

Ein neues Produkt weist einen Mangel auf oder ist defekt. Garantie und Gewährleistung helfen dabei, die Ware dann umzutauschen, reparieren zu lassen oder das Geld zurückverlangen. Wann was greift.

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Plötzlich geht das Handy nicht mehr an, der neue Schrank wackelt, oder der Staubsauger funktioniert nicht richtig. Es ist keine Seltenheit, dass ein Produkt bald nach dem Kauf kaputt geht. In dem Fall greift die Garantie oder Gewährleistung. Doch was sind eigentlich die Unterschiede?

Was bedeutet Gewährleistung?

Jeder Händler ist dazu verpflichtet, eine Gewährleistung – oder auch Mängelhaftung genannt – einzuräumen. Das bedeutet: Er muss Mängel abdecken, die das Produkt zum Kaufzeitpunkt hatte. Das kaputte Produkt muss er dann reparieren. Die gesetzliche Gewährleistung gilt bei Neuwaren zwei Jahre und bei Gebrauchtwaren zwölf Monate. Wenn die Gebrauchtware allerdings von einem privaten Händler erworben wurde, ist der Verkäufer oft zu keiner Gewährleistung verpflichtet. Denn die Rechte können Verkäufer durch einen kurzen Vermerk in der Anzeige ausschließen.

Wenn der Händler aber behauptet, der Mangel wäre erst nach dem Kauf entstanden, dann muss er das innerhalb von sechs Monaten beweisen können. Nach der Frist es andersherum: Dann muss der Käufer beweisen, dass der Mangel schon vorher da war. Ab dem 1. Januar 2022 verlängert sich die Beweislastumkehr jedoch auf ein Jahr. Das hat das Verbraucherschutzministerium im Juni beschlossen.



Was bedeutet Garantie?

Eine Garantie ist entweder eine freiwillige Leistung des Herstellers (Herstellergarantie) oder des Händlers (Händlergarantie). So ist es ihnen auch selbst überlassen, was die Garantie abdecken soll und wie lange sie gilt. Meist bieten Händler und Hersteller eine Garantie von ein bis zwei Jahren – solange der Kunde das Produkt normal benutzt.

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    Nutze ich die Gewährleistung oder Garantie wenn beide noch laufen?

    Wenn Gewährleistung und Garantie beide noch aktiv sind, kann der Käufer sich aussuchen, was er für die Reklamation in Anspruch nimmt. Bei einer Herstellergarantie darf der Kunde oft das Geld nicht zurückverlangen, sondern sich das Produkt nur reparieren lassen.

    Bei der Gewährleistung hingegen kann er vom Vertrag zurücktreten, wenn die Reparatur zweimal gescheitert ist. Der Kunde hat einen Vorteil, wenn er das Produkt in einem Geschäft gekauft hat. Denn dann muss der Händler sich um die Gewährleistung kümmern und der Kunde braucht den Hersteller nicht selbst zu kontaktieren.

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    Wenn die defekte Ware jedoch online bestellt wurde, sollte sie bestenfalls schriftlich in einem Brief oder einer E-Mail reklamiert werden. Der Händler übernimmt dann auch die Versandkosten. Wenn das Produkt innerhalb von 14 Tagen zurückgeschickt wird, ist keine Nennung des Grundes nötig. Denn dann gilt das Widerrufsrecht.

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