Verdi gegen Amazon Jetzt sollen die Konsumenten streiken

Verdi ruft erneut zum Streik auf. Diesmal sollen die Kunden Waren bei Amazon bestellen – und die Produkte auf Kosten des Onlinehändlers wieder zurückschicken. So will die Gewerkschaft Tarifverhandlungen erzwingen.

Nun fordert Verdi die Konsumenten auf, zu streiken. Quelle: dpa

Verdi will die Tarifverhandlungen mit Amazon mit allen Mitteln erzwingen. Erst am Montag hat die Gewerkschaft Mitarbeiter in sieben von neun deutschen Logistikzentren dazu aufgefordert, die Arbeit in der Vorweihnachtszeit niederzulegen.

Jetzt sollen auch die Kunden aufbegehren. Auf einer Internetseite von Verdi teilt die Gewerkschaft den Aufruf des Streik-Soli-Bündnis Leipzig zum Konsumentenstreik. "Dies ist kein Boykott", heißt es dort. Der Streik seitens der Konsumenten sei vielmehr ein Zeichen der Solidarität.

Verdi fordert gemeinsam mit dem Streik-Soli-Bündnis Leipzig die Kunden auf, bei Amazon Produkte im Wert von mindestens 40 Euro zu bestellen. Denn der Onlinehändler hat sich vertraglich verpflichtet, ab einem Warenwert in Höhe von 40 Euro Hin- und Rücksendung zu zahlen. Dann soll der Kunde ein Solidaritätsschreiben in das Paket legen. Wie gewohnt das Retour-Formular ausdrucken, aufkleben und das Paket innerhalb von zwei Wochen zurückschicken. Damit nachvollzogen werden kann, wie erfolgreich der Streik ist, sollen die Konsumenten als letzten Schritt ein Foto der Grußbotschaft an die Gewerkschaft schicken.

So viele Amazon-Mitarbeiter streiken

Gerade in der Vorweihnachtszeit, in der Amazon jedes Jahr neue Rekordumsätze erwirtschaftet, will Verdi den Onlineriesen mit diesem Aufruf einschüchtern – und zu Tarifverhandlungen bewegen. "Die unprofitable Mehrarbeit verstärkt den ökonomischen Druck auf den Konzern", heißt es auf einer Internetseite von Verdi. "Noch erscheint der Gegner übermächtig, doch wir sind viel mehr. Erkennen und nutzen wir diese Stärke", ermutigt Verdi die Kunden von Amazon.

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Amazon gibt sich gelassen. "Das ist eine Aktion, die man generell nicht gutheißen kann. Wir konzentrieren uns aber lieber darauf, Pakete pünktlich zu liefern", sagt eine Sprecherin auf Anfrage von WirtschaftsWoche Online. Am 14. Dezember hat der Onlinehändler mit 5,4 Millionen verkauften Produkten trotz Streik einen neuen Rekordumsatz in Deutschland gemacht.

Seit 2013 versucht Verdi mit Amazon Tarifverhandlungen zu führen. Die Gewerkschaft fordert, dass der Onlineriese Mitglied des Einzelhandel-Tarifvertrages wird. Derzeit bezahlt Amazon seine Lagermitarbeiter auf dem Niveau des Logistik-Tarifvertrages – ohne diesen aber bisher unterschrieben zu haben. Beim Einzelhandel-Tarifvertrag würden die Angestellten 20 Prozent mehr Lohn bekommen und den Schutz der Vertragsklauseln erfahren.

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