Verdi Seehafenbetriebe: Tarifverhandlungen sollen in weiterer Runde fortgesetzt werden

Die Gespräche wurden am Freitagabend nach Beratungen ohne Ergebnis unterbrochen. Eine weitere Verhandlungsrunde steht nun in Aussicht.

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Die Gewerkschaft Verdi hatte mit mehrstündigen Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Quelle: dpa

In den Verhandlungen mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) über einen Lohntarifvertrag für die rund 12.000 Beschäftigten an den deutschen Seehäfen soll eine weitere Verhandlungsrunde vereinbart werden. Das hat die zuständige Verdi-Tarifkommission am Samstag in Hamburg eigenen Angaben zufolge nach mehrstündigen Beratungen beschlossen. Am Freitagabend waren die Verhandlungen nach zehnstündigen Beratungen ohne Ergebnis unterbrochen worden.

Inmitten der Staus und Verzögerungen im Containerverkehr droht den deutschen Seehäfen eine Verschärfung des Tarifkonflikts. Verdi hatte bereits für Donnerstag mehrere tausend Beschäftigte in verschiedenen Häfen zu mehrstündigen Warnstreiks aufgerufen. Mit ihren Aktionen will die Gewerkschaft in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Verdi fordert für die rund 12.000 Hafenarbeiter in den 58 tarifgebundenen Betrieben in Niedersachsen, Bremen und Hamburg eine Erhöhung der Entgelte um 1,20 Euro pro Stunde sowie einen „tatsächlichen Inflationsausgleich“. Außerdem will sie eine Aufstockung der jährlichen Zulage für Containerbetriebe um 1200 Euro durchsetzen. Der ZDS hat ein Angebot vorgelegt, das eine Erhöhung der Stundenlöhne um 0,90 Euro sowie unterschiedliche Pauschalzahlungen vorsah, die im Gesamtvolumen eine dauerhafte Erhöhung der Einkommen von 4,95 Prozent in den Containerbetrieben und 3,75 Prozent in den konventionellen Betrieben, teilweise noch darunter, ausgemacht hätten.

Ein neuer Verhandlungstermin mit dem ZDS soll in den nächsten Tagen vereinbart werden. Ein Arbeitskampf könnte nach Ansicht von Experten dazu führen, dass sich die Staus vor den Häfen verlängern. Allein in der deutschen Bucht warten etwa ein Dutzend große Containerschiffe auf das Anlaufen in Hamburg und Bremerhaven.

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