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Verdi Warnstreiks in Kitas, an Flughäfen und im Nahverkehr

Viele Flugreisende müssen wegen des Warnstreiks am Dienstag am Boden bleiben. Mancherorts werden auch Kitas, Nahverkehr oder Müllabfuhr bestreikt.

Die Streiks können auch wieder Kindertagesstätten betreffen. Quelle: dpa

Berlin/Frankfurt/MünchenMit Ausfällen bei Flügen und Bahnen hat am frühen Dienstagmorgen ein Warnstreik im öffentlichen Dienst begonnen. Reisende müssen sich daher ganztägig auf erhebliche Einschränkungen einstellen. So strich die Deutsche Lufthansa Hunderte Flüge, etwa 90.000 Kunden sollen davon betroffen sein. Auch Kitas, der Nahverkehr und andere Bereiche des öffentlichen Diensts werden bestreikt.

Allein an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main fielen Hunderte Flüge aus. Beschäftige aus den Bereichen Flugzeugabfertigung und Flughafenfeuerwehr haben am frühen Morgen die Arbeit niedergelegt. Außerdem sei die Flugsicherheitskontrolle betroffen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. „Das ist auch das, wodurch wir die extremsten Einschränkungen erwarten.“ Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten dazu aufgefordert, von 5.00 Uhr bis 18.00 Uhr die Arbeit niederzulegen.

Ebenfalls betroffen sind die Flughäfen in München, Köln und Bremen. Insgesamt seien mehr als 800 Verbindungen betroffen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Betroffene Lufthansa-Kunden sollen ihren Flug kostenfrei umbuchen oder im Inland auf die Bahn ausweichen können.

An Deutschlands zweitgrößtem Flughafen München sind laut Lufthansa vorab insgesamt 240 Inlands- und Auslandsflüge gestrichen worden. Am Berliner Flughafen Tegel fallen am Dienstag etwa 70 Inlandsflüge aus. Dort sind Fluggäste der Lufthansa und ihrer Tochter Eurowings betroffen, wie die beiden Unternehmen und die Berliner Flughafengesellschaft mitteilten.

Auf der Strecke Berlin-Frankfurt wurden in beide Richtungen je 18 von 22 Lufthansa-Flügen annulliert. Von Berlin nach München und zurück wurden je 12 von 19 Flügen abgesagt. Eurowings strich außerdem von Köln-Bonn nach Tegel und in die Gegenrichtung je 9 von 14 Flügen.

Auch in Köln-Bonn seien vorsorglich mehr als 70 Flüge gestrichen worden, wie ein Sprecher des Flughafens mitteilte. Man rechne aber auch über diese Annullierungen hinaus mit weiteren Einschränkungen. Ebenfalls bestreikt wird der Flughafen in Bremen. An den einstmals staatlich betriebenen Airports werden noch zahlreiche Beschäftigte nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt.

Ziel des Streiks: Mindestens 200 Euro pro Monat mehr je Beschäftigten

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will mit dem Warnstreik kurz vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst den Druck erhöhen. Die Gespräche finden am 15. und 16. April in Potsdam statt. Verdi fordert für bundesweit etwa 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat.

Die Ausstände an den Flughäfen sollen auf Dienstag beschränkt sein. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb kündigten bis Freitag allerdings weitere bundesweite Warnstreiks im gesamten öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen an. Betroffen sein sollen unter anderem Kitas, der Nahverkehr und die Müllabfuhr.

Bereits am Dienstag wurden auch im Nahverkehr der Städte in NRW Verbindungen gestrichen. „Heute fahren keine Bahnen“, warnten zum Beispiel die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) ihre Kunden per Laufband. Mehre Städte kündigten zudem an, dass Kitas geschlossen bleiben müssen.

In Bayern zum Beispiel werden ebenfalls auch andere Bereiche im öffentlichen Dienst bestreikt: unter anderem Stadtwerke, Müllabfuhr und Kindertagesstätten. In München wollten am Vormittag Tausende Beschäftigte zu einer Demonstration zusammenkommen.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske verteidigte die Ausstände. „Mit der massiven Ausweitung der Streiks setzen wir in dieser Woche deutliche Signale an die Arbeitgeber“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Folgende Warnstreiks haben die Gewerkschaften von Dienstag an unter anderem geplant

Bayern: Vor allem der Süden des Freistaats soll betroffen sein. Bestreikt werden Kitas, die bayerischen Wasserstraßen des Bundes, Stadtwerke, Bauhöfe, Stadtreinigungen, Müllabfuhr, Wertstoffhöfe, Abwasserbetriebe der Kommunen, kommunale Verkehrsüberwachungen, Krankenhäuser, Stadtgärtnereien und Verwaltungen.

Baden-Württemberg: Warnstreiks soll es am Dienstag in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes in Mittelbaden-Nordschwarzwald, Südbaden und Schwarzwald-Bodensee geben. Bis Donnerstag sind weitere ganztägige Arbeitsniederlegungen im Land geplant.

Hessen: Bis Freitag sind jeweils eintägige Warnstreiks in unterschiedlichen Region geplant. Am Dienstag wird in Nordhessen der gesamte öffentliche Dienst bestreikt.

Rheinland-Pfalz und Saarland: An verschiedenen Tagen werden die Verwaltungen, Kitas, öffentlichen Krankenhäuser, aber auch Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, Stadtwerke oder der öffentliche Personennahverkehr bestreikt.

Nordrhein-Westfalen: Betroffen sein sollen alle Bereiche des öffentlichen Dienstes, unter anderem Nahverkehr, Müllabfuhr, Stadtverwaltungen, Jobcenter, Kitas, Krankenhäuser, Flughäfen.

Niedersachsen/Bremen: In verschiedenen Städten wird die Arbeit niedergelegt. Ein Schwerpunkt ist für Donnerstag geplant, mit einem ganztägigen Warnstreik in Hannover und Bremen. In Hannover sollen dann keine Busse und Bahnen fahren, auch Müllabfuhr, Stadtreinigung und Kitas werden bestreikt.

Sachsen: Am Dienstag sind die Arbeitnehmer in ganz Sachsen zu Warnstreiks aufgerufen, darunter auch Beschäftigte im Kommunal- und Bundesdienst in Dresden und Freital - etwa in Kitas.

Thüringen: Am Dienstag sind alle Beschäftigten im Kommunal- und Bundesdienst in Thüringen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Berlin und Brandenburg: Am Dienstag sind unter anderem zu Warnstreiks aufgerufen die Stadtverwaltungen Schwedt, Eberswalde und Prenzlau. Mitarbeiter unter anderem von Bundesverwaltungen und von der Charité sind zu einer Kundgebung aufgerufen. An den Folgetagen sollen weitere Städte Brandenburgs betroffen sein.

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