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Verkauf per Livestream Amazon Explore lädt zum virtuellen Rundgang im realen Laden

Exklusiv
Online-Einkauf Quelle: Getty Images

Amazon will Kunden zum virtuellen Einkauf in stationäre Läden lotsen und rollt ein neues Liveshopping-Programm nach Deutschland aus. Auch virtuelle Stadtführungen und Kochkurse nimmt der Onlinegigant ins Visier.

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Einkaufsbummel vor Ort via Amazon? Mit einem neuen Liveshopping-Konzept will der Onlinekonzern Kunden künftig zum virtuellen Einkauf in stationäre Läden lotsen. Im Herbst 2020 wurde das „Amazon Explore“ getaufte Programm in den USA gestartet. Nun sucht der Konzern auch unter deutschen Händlern Interessenten für den „Service, mit dem Kunden Ihr stationäres Geschäft virtuell erleben können“. Das geht aus einer Mitteilung des Konzerns an Anbieter hervor, die über Amazons Marktplatz bereits Produkte verkaufen. 

Kunden können über den neuen Service demnach individuelle Termine mit teilnehmenden Händlern vereinbaren, die dann beispielsweise per Livestream ihre Angebote präsentieren, Fragen beantworten, oder durch ihre Läden führen. „Sie zeigen Kunden Ihre Produkte, die sie dann kaufen können – ohne dass Sie eigens dafür einen Online-Katalog einrichten müssten“, heißt es in dem Schreiben. „Sie können ein Foto machen und vor Ort Ihre Produktinformationen hinzufügen.“ Amazon bearbeite dann die Transaktion.

Stadtführungen und Kochkurse bei Amazon Explore

Der Händler habe demnach „die volle Kontrolle“ über „Geschäftszeiten und Erreichbarkeit“. Technisch seien lediglich ein Smartphone, Kopfhörer und ein Stabilisator für Kameras (Gimbal) notwendig. 

Amazon zielt damit in Deutschland offenbar vor allem auf kleinere Händler, die ihre Geschäfte im Lockdown schließen mussten und nach Verkaufsalternativen suchen. In den USA werden über „Explore“ auch andere Dienstleistungen vermarktet, etwa ein virtueller Tango-Kurs in Buenos Aires oder ein Sushi-Kurs aus Japan. Auch Städteführungen sind Teil des Livestreaming-Programms, bei dem Nutzer über Mikrofon Fragen stellen und sich mit dem Guide unterhalten können.

In Onlineforen von Marktplatzhändlern löst Amazon Explore derweil gemischte Reaktionen aus. „Ich finde die Thematik mega interessant - im Onlinehandel ist es eben mit noch so vielen Bildern oder Videos nicht möglich, die ‚persönliche‘ Atmosphäre des Shoppens erlebbar zu machen“, kommentiert ein Händler. „Ich seh‘ schon die Headset-Feen rumrennen in ihrer Wohnung, über Kleinkinder stolpernd, Mama macht neben dem Etsy Shop und der Insta Story nun auch noch in Fashion Advisor“, schreibt ein anderer. „Und wer schon mal geflogen ist, wird zum Reiseguru.“ 

Mehr zum Thema: Gründer Jeff Bezos legt die Führung von Amazon in fremde Hände – auf dem Höhepunkt seines Erfolgs. Die monolithische Macht des Konzerns ist das größte Problem seines Nachfolgers: Die Politik bläst bereits zur Jagd.

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