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Verkaufspläne DWS und Carlyle bieten offenbar für die Bahn-Tochter Arriva

Die Deutsche Bahn kommt beim Verkauf von Arriva wohl voran. Angeblich gibt es mehrere Interessenten – darunter die Fondstochter der Deutschen Bank.

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Arriva betreibt Bus- und Eisenbahnverbindungen in 14 europäischen Ländern. Quelle: dpa

London/Frankfurt/New York Der US-Finanzinvestor Carlyle und die Deutsche-Bank-Fondstocher DWS haben Insidern zufolge Interesse an einer Übernahme der Nahverkehrstochter Arriva der Deutschen Bahn. Der Bieterprozess solle Mitte Juni starten, sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bewertet werde Arriva mit 3,5 Milliarden Euro.

Die Bahn hatte das Unternehmen mit Sitz in Großbritannien 2010 gekauft. Im Kampf gegen steigende Schulden treibt die Bahn den Verkauf der Tochter aber voran. Erste Gebote strebt der Konzern noch vor den Sommerferien an, endgültige Offerten sollen Ende September gemacht werden, wie eine der Personen sagte.

Auch die US-Beteiligungsgesellschaft Apollo und die Tochter Keolis der französischen Bahn SNCF seien unter den Interessenten. DWS wolle als Teil eines Konsortiums bieten und fühle gerade bei anderen Finanzinvestoren vor.

DWS lehnte eine Stellungnahme ab. Die Deutsche Bahn, Apollo, Carlyle und Keolis waren für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen. Die Bahn einen vollständigen Verkauf von Arriva an Investoren bevorzugt. Die Firma erzielt mit über 50.000 Mitarbeitern europaweit einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro.

Die Deutsche Bahn hatte sich Mitte Mai optimistisch gezeigt, dass der geplante Verkauf der britischen Tochter Arriva auf gutem Weg sei. Details zu konkreten Angeboten werde man aber erst nach der Sommerpause präsentieren können.

Der Aufsichtsrat der zu 100 Prozent dem Bund gehörenden Deutschen Bank hatte im März der Trennung von Arriva zugestimmt. Die britische Tochter bietet Mobilität im Bereich Schiene und Bus in14 Ländern Europas an.

Mit dem Erlös will die Bahn eine Finanzierungslücke schließen. Das Unternehmen muss massiv in die Infrastruktur investieren. Dazu fehlen aber rund fünf Milliarden Euro – verteilt über fünf Jahre. Die selbst gesetzte Verschuldungsgrenze von 20 Milliarden Euro hat das Unternehmen erreicht.

Mehr: Die Kassen der Beteiligungsfonds sind prall gefüllt: Die Branche verwaltet inzwischen fast vier Billionen Dollar – und sucht nach attraktiven Kaufmöglichkeiten.

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