Verlags- und Smartphone-Pläne Amazon bringt Smartphone auf den Markt

Amazon wächst und wächst: Der Internet-Riese wird zum deutschsprachigen Verleger und bringt zusätzlich sein erstes Smartphone auf den Markt. Einige Branchen fühlen sich bedroht.

Smartphone und eigenes Verlagsgeschäft? Amazon wird zur immer größeren Bedrohung für viele Branchen. Quelle: dpa

Der Internet-Händler Amazon bringt einem Zeitungsbericht zufolge im Sommer ein eigenes Smartphone auf den Markt. Bereits im Juni werde der US-Konzern das neue Gerät ankündigen, berichtet das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Im September soll es dann in den Verkauf gehen. Seit Jahren wird bereits spekuliert, dass Amazon ein Smartphone vorstellen könnte.

Der weltweit führende Online-Händler könnte mit dem Schritt eine Lücke in seinem Angebot schließen. Amazon hat den Markt für elektronische Bücher und Lesegeräte wie den Kindle geschaffen, doch fehlt dem Konzern bislang ein Smartphone. Eine Vielzahl von Endgeräten aus dem eigenen Haus ist aber wichtig, um die Kunden in die entsprechenden Online-Läden zu lotsen. Wie das funktioniert, demonstrieren Apple und Google Die Handys der Hersteller greifen beim Kauf von Musik und Programmen (Apps) automatisch auf die jeweiligen Online-Shops zurück.

Verlagspläne

Amazon macht mit weiteren Plänen Schlagzeilen. Der Internet-Riese hat Verlagspläne in Deutschland - im Buchhandel regt sich Widerstand dagegen. „Ich glaube nicht, dass wir Händler gut beraten wären, Amazons Bücher in die Regale zu stellen. Sonst graben wir unser eigenes Grab“, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag). Der Börsenverein vertritt die Interessen von über 3500 Buchhandlungen.

Amazon macht dem stationären Buchhandel seit Jahren schwer zu schaffen und tritt jetzt auch in Konkurrenz zu den Verlagen. Das angekündigte deutsche Verlagsprogramm soll Belletristik als E-Book auf dem Kindle und als Printausgabe auf Amazon herausbringen. Es startet mit neuen Titeln der populären deutschen Autoren Emily Bold und Alexander Hartung. „Wir werden jedem, der unsere Bücher aufnehmen möchte, auch die Gelegenheit dazu geben, diese zu vertreiben“, sagte ein Amazon-Sprecher der Zeitung.

Random-Verlagschef Markus Dohle macht sich wegen Amazon weniger Sorgen. Er ist der Meinung, dass trotz des Erfolgs der E-Book-Reader Bücher nicht aussterben werden. „Auch in 100 Jahren werden wir noch einen Großteil unseres Geschäftes mit gedruckten Büchern machen“, sagte der Vorstandschef von Penguin Random House der „Süddeutschen Zeitung“ von Samstag.

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In der zunehmenden Konkurrenz durch die großen Internetunternehmen wie Amazon oder Google sieht er auch Chancen. Es gehe nicht um Konfrontation, sondern um Kooperation. „Die globalen Internetkonzerne brauchen unsere Inhalte, und wir brauchen Zugang zu ihren Kunden und Lesern.“ Daher seien beide Seiten an partnerschaftlichen Lösungen interessiert.

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