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Versandriesen So macht Amazon unsere Innenstädte platt

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Alternativen

Alexander Anhuth Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche

Vor sechs Jahren gründete Gerald Schönbucher das Portal Hitmeister. 20 Millionen Produkte aus 350 Kategorien bietet er auf seiner Seite an. Während Amazon 39 Euro Grundgebühr pro Monat kassiert, sind es bei Hitmeister nur knapp 20 Euro. Außerdem begnügt sich Hitmeister mit Provisionen zwischen 5,9 und 12,5 Prozent – je nachdem, wie hoch die Gewinnmarge des Produktes ist.

Bei Ebay ist die Konkurrenz zwar ungleich größer, dennoch könnte sich die Verkaufsplattform in Zukunft als Spezialist für die Verbindung von stationärem und Online-Geschäft profilieren. So bietet Ebay Kunden in Großbritannien neuerdings die Möglichkeit an, das gewünschte Produkt online zu kaufen und es vor Ort im Laden abzuholen. Tests des Click&Collect-Systems laufen auch in Deutschland. So bieten Dutzende Märkte des Elektronikhändlers Saturn Ware in Ebay-Shops an, die direkt im Laden abgeholt werden kann.

In eine ähnliche Richtung zielt die neue Plattform Quicker.

Gerald Schönbucher Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche

Quicker

Alexander Anhuth, Chef und Gründer der Quicker-Muttergesellschaft EOL Group, sitzt im Restaurant des Düsseldorfer Hyatt-Hotels und kommt kaum dazu, sein Tartar zu genießen. Anhuth hat auf Präsentationsmodus geschaltet – das Essen wird zur Nebensache. Stattdessen jagt er durch seine PowerPoint-Charts, die von Rabatten und Kampagnen, Impulskäufen und Gutscheinen handeln.

Quicker lässt sich als eine Mischung aus Werbeagentur, Schnäppchenportal und Online-Prospektanbieter beschreiben. Die Geschäftsidee: „Wir wollen Online-Nutzer dazu bringen, gezielt in den Filialen unserer Partner einzukaufen“, sagt Anhuth.

Gutscheine

So können Nutzer auf der Plattform zum Beispiel für 5,95 Euro einen Gutschein der Schuhhandelskette Reno erstehen. Wird der ausgedruckte Coupon später beim Einkauf in der Filiale vorgelegt, gibt’s 15 Euro Preisnachlass. Da der Händler an Quicker nur eine Provision zahlt, wenn die Kunden den Gutschein einlösen – also Geld in der Filiale ausgeben –, lohnt sich der Deal für ihn. Zudem lassen sich gezielt einzelne Standorte promoten. „Wenn ein Händler 15.000 Kunden mehr in seine Läden bekommen möchte, kriegen wir das hin“, verspricht Anhuth. Er hat bereits prominente Namen wie den Lebensmittelhändler Tegut, den Schuhhändler Deichmann oder den Parfümspezialisten Douglas als Kunden gewonnen.

Demnächst soll eine Produktsuche das Angebot ergänzen. Kunden können dann per Computer oder Smartphone Einkaufslisten verwalten und sich darüber informieren lassen, wann es Nutella-Gläser oder Nike-Sportschuhe in der Nachbarschaft mit Nachlass gibt.

In Arbeit
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Nicht in einer Metropole entwickelt

Obwohl Quicker gerade erst loslegt, hat sich Anhuth einen Aufsichtsrat zugelegt, der selbst ein Dax-Unternehmen schmücken würde. So wachen neben dem früheren Aldi-Süd-Manager Wolters auch Ex-Bertelsmann-Chef Mark Wössner sowie Frank Schmidt, ehemaliger Deutschland-Chef der Mediaagentur Group M, über das Unternehmen.

Was die Gardemanager überzeugt haben dürfte: Quicker wurde nicht in einer der Metropolen entwickelt, wo der Handelsexodus bisher kaum spürbar ist. Das Unternehmen hat seinen Sitz im hessischen Fernwald, einem Ort mit 6500 Einwohnern, irgendwo in der Nähe von Gießen.

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