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Verstorbener Kunstsammler Kunstmuseum Bern tritt Gurlitts Erbe an

Nun ist es offiziell: Das Kunstmuseum Bern tritt das umstrittene Gurlitt-Erbe an. Die Bundesregierung betont ihre moralische Verantwortung. Die Kunstwerke, die unter dem Verdacht der Raubkunst stehen, sollen jedoch in Deutschland bleiben.

Diese Bilder waren jahrelang verschollen
Diese Bilder waren Teil der Kunstsammlung (beginnend links oben): "Paar" von Hans Christoph, "Zwei Reiter am Strand" von Max Liebermann, "Mann und Frau am Fenster" von Wilhelm Lachnit und Antonio Canaletto: "Sa. Giustina in Prà della Vale" in Padua, eine Druckgrafik von 1751/1800. Quelle: dpa
Außerdem wurden die folgenden vier Bilder veröffentlicht: "Männliches Bildnis", eine undatierte Druckgrafik von Ludwig Godenschweg, das Aquarell "Mönch" von Christoph Voll sowie Paar in Landschaft von Conrad Felixmueller und Fritz Maskos "Sinnende Frau". Quelle: dpa
Nach dem spektakulären Fund in einer Münchner Wohnung hat die Staatsanwaltschaft Augsburg auf einer Pressekonferenz erste Bilder präsentiert. Bei einer Durchsuchung in der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt waren 2012 rund 1500 Kunstwerke gefunden worden. Der Fall wurde erst jetzt publik. Quelle: dpa
In Gurlitts Wohnung wurde etwas dieses Kunstwerk des französischen Malers Marc Chagall gefunden. Das Bild mit dem Titel „Allegorische Szene“ war bisher unbekannt. Quelle: dpa
Ein weiteres Kunstwerk auf dem Speicher: das Bild „Musizierendes Paar“ des deutschen Malers Carl Spitzweg. Es ist eine Vorzeichnung zu einem späteren Bild. Quelle: dpa
Auch das Werk „Pferde in Landschaft“ des deutschen Künstlers Franz Marc war unter dem Kunstschatz. Einige Gemälde sollen von Familien stammen, die von den Nazis enteignet wurden. Genaue Angaben gibt es dazu aber noch nicht. Quelle: dpa
Unter den Werken findet sich auch ein Selbstporträt von Otto Dix. Die Kunst des deutschen Malers wurde von den Nationalsozialisten als „entartet“ gebrandmarkt. Quelle: dpa

Das Kunstmuseum Bern nimmt das Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt an. Das bestätigte der Stiftungsratspräsident des Museums, Christoph Schäublin, am Montag in Berlin. Kunstwerke, die unter dem Verdacht der Raubkunst stehen, sollen aber in Deutschland bleiben und an die Berechtigten zurückgegeben werden. Dies teilten Schäublin und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Montag in Berlin mit.

Sie unterzeichneten gemeinsam mit dem bayerischen Justizminister Winfried Bausback (CSU) eine Vereinbarung zum Umgang mit dem Gurlitt-Nachlass. Deutschland verpflichtet sich demnach, die Kosten für die Rückgabe von Bildern, die sich als NS-Raubkunst erweisen, zu übernehmen. Grütters betonte, die Aufarbeitung nationalsozialistischen Kunstraubs gehe weit über die rechtliche Dimension hinaus. Deutschland wolle seiner Verantwortung auch moralisch gerecht werden.

Von den Nazis als „entartet“ diffamierte Kunst, die einst aus deutschen Museen entfernt wurde, soll in die Schweiz gehen. Gurlitts Geschäftsbücher sollten noch am Montag in die Online-Datenbank „Lostart“ eingestellt werden. Schäublin betonte, Bern beteilige sich aktiv an der Erforschung der Herkunft der Bilder.

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Der im Mai gestorbene Gurlitt, Sohn eines NS-Kunsthändlers, hatte das Berner Museum als Alleinerben eingesetzt. Seine Sammlung umfasst mehr als 1500 Bilder, darunter wertvolle Werke etwa von Matisse, Picasso, Renoir und Monet. Kurz vor seinem Tod hatte er einen Vertrag mit der Bundesregierung unterzeichnet, in dem er die weitere Erforschung seiner Sammlung auf Nazi-Raubkunst zusicherte. Die Vereinbarung zwischen Bern, Bund und Bayern fußt auf diesem Vertrag.

Eine Cousine zweifelt das Testament des Kunsthändlers allerdings an und beantragte beim zuständigen Amtsgericht in München einen Erbschein, wie das Gericht am Montag bestätigte.

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