Vertrauensranking Das sind die Lieblings-Marken der Deutschen

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Höhere Preise, längere Bindung

Vertrauen, so heißt es dabei oft, sei so etwas wie das Schmiermittel der Wirtschaft. Wer als Konsument einer Marke vertraut, greift eher zu ihren Produkten. Obwohl es sich dabei mehr um ein diffuses Gefühl als um eine rationale Bewertung handelt, erleichtert es die Kaufentscheidung. Das ist psychologisch erklärbar: Niemand kann bei jedem Shampoo, Duschkopf oder Kopfschmerzmittel tatsächlich wissen, welches Produkt das beste ist. „In diesem Fall reduziert Vertrauen die Unsicherheit“, so Experte Schweer. Und wer einmal von der Qualität eines Produktes überzeugt ist und nicht enttäuscht wurde, greift auch ein zweites Mal zu.

Diese Unternehmen genießen branchenübergreifend das höchste Vertrauen

Kein Wunder also, dass Firmen alles daransetzen, das Vertrauen ihrer Kunden zu erlangen – und vor allem auch zu halten. Dafür investieren sie in Marktforschung, Produktkontrollen, Imagekampagnen und Qualitätssiegel. Oder auch in Werbung. „Vertrauen ist der Anfang von allem“, hieß es jahrelang etwa bei der Deutschen Bank. Genützt hat das Motto dem Geldinstitut allerdings wenig: Ein Slogan, der nicht mit Leben gefüllt wird, schadet eher, als dass er hilft.

Geldwäscheverdacht in Russland, krumme Hypothekengeschäfte in den USA aus der Zeit noch vor der Finanzkrise 2008, Manipulation wichtiger Zinssätze: Die Deutsche Bank machte jahrelang vor allem mit Vertrauensbrüchen auf sich aufmerksam. „Wie ein Sprichwort schon sagt: Vertrauen kommt zu Fuß und geht im Galopp“, sagt Forscher Schweer. Das Problem der Deutschen Bank: Wer in der Krise Informationen nur häppchenweise oder auf Druck herausgibt oder keine echte Reue wie Samsung zeigt, hat es schwer. Im schlimmsten Fall kann verlorenes Vertrauen zur Existenzbedrohung werden.

Das sind die wertvollsten Marken der Welt
BrandZ Top 100 Markenranking Quelle: dpa
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Die hat die Deutsche Bank inzwischen abgewehrt, aktuell befindet sich das Unternehmen aber nur noch auf Platz sechs im Vertrauensranking der bundesweiten Banken, hinter ausländischen Konkurrenten wie der französischen Targobank oder der spanischen Santander. Von der Krise der Deutschen Bank konnten dagegen weitere Konkurrenten profitieren: Privatbanken wie HSBC Trinkaus & Burkhardt legten um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr zu.

Transparente Kommunikation, egal, wie schlimm die Lage ist, ist ein Weg, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Ein anderer ist viel banaler: Das Angebot muss einfach gut funktionieren. Und das beweist der Onlinebezahldienst PayPal besonders gut, einer der größten Gewinner der diesjährigen Vertrauenserhebung.

Stimmt die Leistung, steigt das Vertrauen

Obwohl keine Woche vergeht, in der ein neuer Hacker-Skandal oder Datenklau bekannt wird, vertrauen die Deutschen dem digitalen Pionier derzeit beim Bezahlen mehr als jeder herkömmlichen Bank.

Aktuell liegt PayPal branchenübergreifend auf Platz elf der vertrauenswürdigsten Unternehmen – 21 Plätze besser als im Vorjahr.

Diese Länder stehen für Qualität
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Deutschlandchef Frank Keller ist gerade erst aus einem Urlaub zurückgekehrt, und sein Postfach quillt über. „Unser Geschäft baut auf Vertrauen“, sagt er. Das behaupten zwar andere auch: Bei PayPal hingegen geben sie für nichts so viel Geld aus wie für Sicherheit, sagt Keller.

Das heißt im Detail: Jede Transaktion wird mithilfe neuester Sicherheitstechnik überwacht. Zusätzlich werden die Modelle und Algorithmen noch von einem Team von Mitarbeitern unterstützt, die rund um die Uhr nach betrügerischen Aktivitäten suchen. Vor rund zwei Jahren kaufte PayPal das Cybersecurity-Unternehmen CyActive auf. Mit der Übernahme entstand ein neues Security-Center in Israel. Skandale um fehlgeleitete Beträge oder Lücken im Datenschutz blieben bislang aus.

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