Viertägige Verhandlungen Bewegung im Tarifstreit bei Karstadt

In den Tarifstreit bei Karstadt kommt Bewegung. In viertägigen Verhandlungen verständigten sich Verdi und die Karstadt-Geschäftsführung „auf wesentliche Bausteine eines gemeinsamen Zukunftssicherungstarifvertrages“.

Das sind die Top-Einzelhändler der Welt
USA – Platz 2 – TargetDer US-Discounter hat sich im vergangenen Jahr modernisiert und die ersten „City Targets“ in Chicago, Los Angeles und Seattle gegründet. Das Unternehmen plant außerdem, 125 Geschäfte in Kanada zu eröffnen. Im Vergleich zum Jahr zuvor hat die Marke Target den Experten der Agentur Interbrand zufolge ein Plus von sieben Prozent erzielt. Der Wert liegt im aktuellen Ranking bei 25 Milliarden Dollar. Quelle: AP
USA – Platz 1 – WalmartDie Supermarktkette bleibt auch weiterhin der größte Einzelhändler in den USA – trotz eines massiven Reputationsschadens. Die „New York Times“ hatte herausgefunden, dass Walmart 24 Millionen Dollar Schmiergelder zahlte, um neue Geschäfte in Mexico bauen zu dürfen. Die Kunden interessierte diese Geschichte offenbar nur am Rande: Walmart konnte seinen Markenwert im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozent steigern – und steht mit einem Wert von 141 Milliarden Dollar weiterhin unangefochten an der Spitze der amerikanischen Einzelhändler. Wie wertvoll ein Einzelhändler ist, bewerten die Experten der Agentur Interbrand anhand von drei Kriterien: den finanziellen Kennzahlen der Unternehmens, der Wirkung der Marke auf die Kaufbereitschaft der Kunden und der Markenstärke im Vergleich zur Konkurrenz. Zur internationalen Vergleichbarkeit sind alle Werte in US-Dollar angegeben. Quelle: dapd
Kanada – Platz 2 – Shoppers Drug MartTrotz großer Konkurrenz wächst die Drogeriekette immer weiter. Mit einem Markenwert von 3,3 Milliarden Dollar schafft es das Unternehmen in Kanda auf den zweiten Platz. Das liegt sowohl an der klaren Ausrichtung des Unternehmens auf Gesundheit- und Schönheitsprodukte als auch auf den Verbraucher selbst. Ein Beispiel dafür ist die Reaktion von Shoppers Drug Mart auf Kundenbeschwerden. Im November monierten mehrere Verbraucher via Social Media, dass in den Geschäften der Kette bereits Weihnachtsmusik gespielt wurde. Die Drogeriekette nahm die Kritik ernst und schaltete die Lieder wieder ab. Quelle: RUETERS
Kanada – Platz 1 – Lululemon AthleticaDer kanadische Sportausrüster hat 2012 deutlich aufgerüstet. Sowohl in Europa als auch in Asien eröffnete Lululemon neue Niederlassungen. Zudem steigerte es seine Bekanntheit dadurch, dass es einige Mitglieder des US-Teams bei den olympischen Spielen in London ausstattete. Der Markenwert wird mit 3,5 Milliarden Dollar beziffert. Quelle: RUETERS
Mexiko – Platz 2 – Bodega AurreraDie mexikanischen Billigsupermärkte gehören zum Einzelhändlerriesen Walmart. Seinen Markenwert von 942 Millionen Dollar hat es besonders seiner erfolgreichen Positionierung zu verdanken. Als „Champions der kleinen Preise“ spricht Bodega Aurrera besonders Familien an. Quelle: GNU
Mexiko – Platz 1 – OXXO „Immer bereit, immer da“: Mit seinen 9.000 Geschäften, die rund um die Uhr geöffnet sind, erfüllt die Supermarktkette OXXO ihren Slogan und sichert sich den Spitzenplatz innerhalb Mexikos. Täglich kaufen rund acht Millionen Menschen in den Geschäften ein. Der Markenwert liegt laut Interbrand bei 3,7 Milliarden Dollar. Quelle: GNU
Großbritannien – Platz 2 – Marks & SpencerMit M&S Food haben sich die Briten eine Premiumnische im Supermarktbereich geschaffen. Auch in anderen Bereichen will Marks & Spencer nun aufholen. Ein Beispiel: Dessous. Um dort aufzuholen, engagierte das Unternehmen eine frühere Victoria's-Secret-Managerin für die eigene Dessous-Sparte. Außerdem stellte Marks & Spencer mit der Unterwäschelinie des Models Rosie Huntington-Whiteley einen internen Verkaufsrekord auf. Auch dieser dürfte für das Markenwert-Plus von fünf Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar mitverantwortlich sein. In Zukunft will das Unternehmen vor allem auf Nachhaltigkeit setzen. Quelle: dapd

Die Gewerkschaft Verdi hat dem Karstadt-Management vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts Fortschritte in den Verhandlungen über Löhne und Arbeitsplatzsicherung bescheinigt. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es bei dem angeschlagenen Warenhausriesen in der wichtigen Adventszeit zu Streiks kommt. Diese könnten das für den Konzern entscheidende Geschäft vor den Feiertagen empfindlich stören. Verdi will im Januar mit dem österreichischen Investor Rene Benko sprechen, der sich die Prunkstücke des Warenhausriesen gesichert hatte.
"Wir haben uns auf wesentliche Bausteine eines gemeinsamen Zukunftssicherungstarifvertrags verständigt", sagte Verdi-Verhandlungsleiter Arno Peukes am Donnerstag nach dem Ende der dritten Verhandlungsrunde in Frankfurt. Der Vertrag solle "die Punkte Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie die Rückkehr in die Tarifbindung beinhalten", unterstrich er. Dies sei ein erster Schritt zu einer Lösung des Konflikts, es stünden aber noch schwierige Gespräche an. Die Verhandlungen sollen im Januar fortgesetzt werden.

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Karstadt erklärte, es zeichneten sich Lösungen ab. Beide Seiten seien zuversichtlich, dass im Januar 2014 Regelungen geschaffen werden könnten.
Der Kaufhof -Konkurrent hatte im Mai den Ausstieg aus der Tarifbindung bis 2016 angekündigt, um künftige Lohnerhöhungen nicht zahlen zu müssen. Damit brachte Karstadt die Gewerkschaft gegen sich auf. Für zusätzliche Unruhe sorgte der Verkauf von Mehrheitsanteilen am operativen Geschäft der Karstadt-Luxushäuser und der Sport-Filialen durch den Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen an den Investor Benko. Beschäftigte fürchten eine Zerschlagung des Konzerns, auch Spekulationen um eine Warenhaus-Ehe mit der Metro-Tochter Kaufhof gehen wieder um. Wiederholt legten Karstadt-Angestellte für eine Rückkehr zum Tarifvertrag und eine Standort- und Beschäftigungssicherung die Arbeit nieder.

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