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Virenschutz Nachfrage nach Plexiglas für Supermarktkassen steigt „sprunghaft“

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In manchen Apotheken gibt es sie bereits und auch viele Supermärkte wollen sie einführen: Plexiglasscheiben zum Schutz gegen Viren. Quelle: dpa

Mit Schutzwänden aus Plexiglas wollen Supermärkte und Discounter ihre Kassenmitarbeiter vor einer Corona-Ansteckung schützen. Das beschert dem Chemieunternehmen Röhm einen Auftragsschub.

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Um ihre Kassenmitarbeiter besser vor dem Coronavirus zu schützen, setzen Lebensmittelhändler wie Aldi Süd und Rewe jetzt auf Plexiglaswände an der Kasse. 1,5 Meter hoch sollen sie helfen die Beschäftigten vor Ansteckung zu bewahren – und bescheren dem Chemieunternehmen Röhm einen Auftragsschub.

„Seit ein paar Tagen ist die Nachfrage nach unseren Plexiglas-Lösungen für Kassen- und Schalter sprunghaft angestiegen und liegt zehn- bis zwölfmal höher als sonst üblich“, sagte Unternehmenschef Michael Pack im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Unsere Mitarbeiter im Werk in Weiterstadt arbeiten auf Hochtouren und wir haben bereits Kapazitäten aus anderen Bereichen umgelenkt“, so Pack. „Aber wir brauchen allein rund zwei Monate, um das abzuarbeiten, was jetzt in unseren Auftragsbüchern steht.“ Das Chemieunternehmen mit Hauptsitz in Darmstadt ist nach eigenen Angaben europäischer Marktführer im Segment Acrylglas und beschäftigt weltweit 3.500 Mitarbeiter an insgesamt 15 Standorten.

Auch im Ausland macht die Plexiglas-Idee derzeit Schule. Coop Schweiz will beispielsweise in allen Filialen die Kassen so schützen, berichten Schweizer Medien. Insgesamt wolle der Händler rund 10.000 Scheiben einbauen. Auch Wettbewerber Migros hat entsprechende Umbauten angekündigt. Neben weiteren Maßnahmen wie Klebestreifen auf dem Boden für den notwendigen Sicherheitsabstand und die Aufforderung an die Kunden, statt mit Bargeld mit Karte zu zahlen, hoffen die Handelsketten so, die eigenen Mitarbeiter besser zu schützen.

Plexiglas wird in den verschiedensten Industriebereichen genutzt, kommt in Autos, Flugzeugfenstern, Duschwänden und Bildschirmen zum Einsatz, wird als Bauverglasung und Lärmschutz verwendet. Das Unternehmen Röhm stellt auch das Vorprodukt Methylmethacrylat her, das bei der Herstellung von Lacken, Bodenbeschichtungen, Klebstoffen bis hin zu Dentalprodukten verwendet wird.

Der Chemiker Otto Röhm hatte 1907 zusammen mit dem Kaufmann Otto Haas die Firma Röhm & Haas gegründet. 1933 gelang dem Unternehmen mit der Entwicklung des neuartigen Acrylglases, das später unter dem Markennamen Plexiglas weltbekannt wurde, der erfolgreiche Einstieg in die damals noch junge Kunststoffindustrie. Inzwischen ist Plexiglas längst zu einem Gattungsbegriff geworden, obwohl Röhm bis heute die Markenrechte an dem Begriff besitzt.

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