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Von Lego bis Märklin Der Papa will doch nur spielen

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Ein Querschnitt der Gesellschaft

Was das für Menschen sind, die nach Feierabend mit Klötzchen bauen? „Es sind weitaus mehr Männer als Frauen“, sagt Hoffmeister. „Es geht los bei Jugendlichen ab 16 und nach oben hin gibt es keine Grenzen.“ Auf Ausstellungen und im Forum begegnet er auch Rentnern. „Die Lego-Bauer sind ein Querschnitt der Gesellschaft, Arbeitslose gehören da genau so zu wie Akademiker – und alles, was dazwischen zu finden ist.“

Wie wichtig das Spielen ist, haben mittlerweile auch Unternehmen erkannt. Die buchen Lego-Designer Hoffmeister seit Jahren, damit er mithilfe von Lego in Seminaren den Teamgeist der Belegschaft fördert.

„Außerdem ist Lego-Bauen entspannend und fördert die Feinmotorik“, sagt Hoffmeister. Einer seiner Bekannten hat das vom Arzt verschrieben bekommen, damit seine Fingergelenke wieder in Schwung kommen.

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Fragt man Spieleforscher Buland, warum Erwachsene ihre Zeit mit etwas vermeintlich Nutzlosem wie Spielen verbringen, erzählt er vom Münchener Nobelpreisträger für Physik, Gerd Bining. Dieser habe die Tätigkeit seines Teams dezidiert als „Spielen“ bezeichnet. „Wenn sie nur gearbeitet hätten, anstatt mit Ideen, Einfällen und neuen Möglichkeiten zu spielen, hätten sie den Nobelpreis nie bekommen“, sagt Buland. Den Preis erhielt Bining letztlich für ein Nebenprodukt seiner Forschung: das Tunnelelktronenmikroskop.

Buland sagt weiter: „Wenn im Konzert eine Bruckner-Symphonie nach Arbeit klingt, läuft irgendetwas falsch.“ Deswegen sollte die Frage nicht lauten, warum so viele Erwachsene spielen. „Im Gegenteil müssen wir fragen: Wie kommt es, dass so viele Erwachsene ihre Zeit mit etwas verbringen, das sie nicht inspiriert, das sie nicht glücklich macht, nämlich mit Arbeit?“

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