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Vorfreude nach Weihnachten Metro will Dividende zahlen

Der Handelsriese will für das Geschäftsjahr 2013/14 wieder eine Dividende zahlen. Der Konzern mit Töchtern wie Media-Saturn und Kaufhof konnte trotz Umsatzrückgängen unter dem Strich deutlich mehr Gewinn einfahren.

Wo es bei der Metro überall brennt
Real: Der Verkauf der Supermarktkette Real wird seit Jahren diskutiert - und im entscheidenden Moment immer wieder abgeblasen. Jetzt nimmt Metro-Chef Koch einen neuen Anlauf die Tochter loszuschlagen. „Die Kette ist wieder auf dem Markt“, heißt es Ende August 2012 in Frankfurter Finanzkreisen. Läuft alles nach Plan, könnte das internationale Geschäft oder Teile davon bis Ende des Jahres den Besitzer wechseln, heißt es im Unternehmensumfeld. Quelle: dpa
Rechtstreit mit den Media-Markt-GründernSeit November 2011 liegt die Metro mit den Media Markt-Gründern Erich Kellerhals und Leopold Stiefel (rechts) im Clinch. Obwohl beide nur eine Minderheit am Unternehmen halten, sicherten sie sich ein Vetorecht an der Media-Saturn-Holding. Um dieses auszuhebeln, hatte Metro-Chef Koch einen Beirat eingerichtet, in dem mit einfacher Mehrheit entschieden wird. Dagegen klagte Kellerhals. Im August 2012 urteilte das Oberlandesgericht München, dass die Einrichtung des Beirats rechtens war. Mit welcher Mehrheit im Beirat Beschlüsse gefasst werden können, müsse aber ein Schiedsgericht klären. Dieses entschied, dass der Beirat für wichtige operative Fragen wie Zukäufe von Unternehmen oder das Budget zuständig sei. Über die Bestellung und Abberufung von Geschäftsführern der Media-Saturn-Holding und die Gewinnverwendung müssten Kellerhals und Metro aber weiter gemeinsam entscheiden. Koch kann also nach wie vor nicht durchregieren. Kellerhals will sich - sollte der Streit nicht beigelegt werden - nach einem anderen Gesellschafter umsehen. Fortsetzung folgt. Quelle: dapd
Kaufhof:Nach langem Hin und Her hat Metro die Verhandlungen um einen Verkauf von Kaufhof Mitte Januar auf Eis gelegt. Als Grund gab das Unternehmen die schwierige Situation auf den Finanzmärkten an. Dabei wollte Metro die ungeliebte Warenhauskette schleunigst los werden. Ganz reibungslos gingen die Verhandlungen nicht vonstatten. Der ehemalige Metro-Chef Eckhard Cordes soll Signa-Gründer und Mehrheitsaktionär René Benko persönlich aufgesucht haben, um mit ihm Details des Verkaufs zu besprechen. Signa wollte die Übernahme noch vor Weihnachten über die Bühne bringen. Quelle: dpa
Mit dieser Entscheidung des neuen Metro-Chefs Olaf Koch geht auch der Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen leer aus. Berggruen hatte sein Interesse an Kaufhof mehrmals unterstrichen. Quelle: dpa
Media Markt:Media Markt indes machte zuletzt munter weiter negative Schlagzeilen. Im Zuge der Schmiergeldaffäre ist der Deutschlandchef des Elektronikhändlers, Michael Rook, angeklagt worden. Gewerbliche Bestechung in 70 Fällen lautete der Verdacht nach Angaben der Staatsanwaltschaft Augsburg. Anbieter von Verträgen für Breitband-Internetanschlüsse sollen Verantwortlichen von Media-Saturn insgesamt 5 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt haben, um im Gegenzug ihre Produkte in den Märkten der Kette verkaufen zu dürfen. Neben Rook wurde auch ein Regionalmanager angeklagt. Während Rook bisher seine Unschuld beteuert, haben weitere Mitangeklagte inzwischen Geständnisse abgelegt. Bei einer Verurteilung drohen ihnen lange Gefängnisstrafen. Quelle: dapd
Führung:An der Spitze des Handelskonzerns gab es zum 1.1.2012 einen Wechsel. Eckhard Cordes machte Platz für den bisherigen Finanzvorstand Olaf Koch. Zuvor hatte es eine wochenlange Hängepartie um die Nachfolge Cordes gegeben. Sie endete mit einer äußerst knappen Mehrheit für Koch im Aufsichtsrat. Quelle: Reuters
Haniel:Der heftige Machtkampf um die Metro-Spitze hat zu einem weiteren Führungsproblem geführt: Im November wirft Aufsichtsratschef Jürgen Kluge bei der Metro-Mutter Haniel das Handtuch. Er hatte Mitte Oktober bereits seinen Vorsitz im Aufsichtsrat von Haniels wichtigster Beteiligung Metro niedergelegt und damit die Konsequenz aus dem öffentlichen Streit um die Vertragsverlängerung von Metro-Chef Eckhard Cordes gezogen. Quelle: dpa

Metro habe damit die Basis für eine Ausschüttung gelegt, sagte Vorstandschef Olaf Koch am Dienstag. 2013 waren die Anteilseigner noch leer ausgegangen. Seine Jahresprognose grenzte Koch indes ein: Er stellte seinen Aktionären für das laufende Geschäftsjahr einen operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren von "etwa 1,75 Milliarden Euro" in Aussicht. Im Dezember hatte Koch noch angekündigt, den Wert von 1,7 Milliarden Euro "spürbar übertreffen" zu wollen.

"Wir haben eine sehr robuste Ertragskraft gezeigt", bilanzierte Koch, "das Ergebnis ist in Summe operativ deutlich besser geworden." Metro verzeichnete von Oktober bis Dezember zwar einen Rückgang des operativen Gewinns vor Sonderfaktoren auf 1,073 (Q1 2012/13: 1,273) Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern aber noch von Immobilienverkäufen profitiert - diesen fielen nun weg. Unter dem Strich arbeitete Metro indes deutlich profitabler als noch vor Jahresfrist. Der operative Gewinn (Ebit) kletterte auf 1,09 Milliarden Euro von 985 Millionen Euro im Vorjahr. Das Periodenergebnis schoss auf 514 (129) Millionen Euro in die Höhe - Metro musste unter anderem deutlich weniger Steuern zahlen. Unter dem Strich und nach Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von 451 (36) Millionen Euro. Der Konzern lag beim operativen Gewinn im Rahmen der Erwartungen des Marktes. Analysten hatten im Mittel mit einem Ebit vor Sonderfaktoren von 1,079 Milliarden Euro gerechnet.

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Beim Umsatz hatte Metro Federn gelassen: Die Erlöse der Düsseldorfer waren im Quartal um 3,3 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro gefallen. Als Grund für das Minus führte Koch den starken Euro - negative Währungseffekte in den Wachstumsmärkten Osteuropas und Asiens waren die Folge - sowie den Verkauf von Teilen der Supermarktkette Real in Osteuropa an. Aber auch in Deutschland verzeichneten etwa die Großmärkte ein Umsatzminus.

Das Weihnachtsgeschäft hatte hierzulande bei vielen Einzelhändlern für lange Gesichter gesorgt: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts zählten sie 2,3 Prozent weniger in den Kassen als im Vormonat, obwohl das Konsumklima so gut ist wie seit Jahren nicht mehr. Der Handelsverband HDE hatte auch steigende Strompreise dafür verantwortlich gemacht - diese belasteten die Kaufkraft der Verbraucher und seien "Konsumkiller Nummer eins". Auch Kaufhof-Konkurrent Karstadt fuhr von Oktober bis Dezember ein Umsatzminus ein - der Kaufhof selbst konnte dagegen leicht zulegen. Das Weihnachtsgeschäft ist für die Einzelhändler von zentraler Bedeutung, fahren sie hier doch den Löwenanteil ihrer Gewinne ein. Metro erwirtschaftete etwa in der Vergangenheit rund 60 Prozent des operativen Gewinns (Ebit).

Auf Metro-Chef Koch kommt nun viel Arbeit zu. Er muss den Konzern weiter auf Gewinn trimmen. Die Anteilseigner um Großaktionär Haniel werden Kochs Dividenden-Ankündigung nun sicher mit Freude zur Kenntnis nehmen - am Mittwoch können Aktionärsvertreter sich bei der Hauptversammlung äußern. Für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 hatte Koch ihnen noch nach einem Verlust die Ausschüttung gestrichen. Unmut der Anteilseigner im Geschäftsjahr 2013/14 kann Koch nicht gebrauchen - denn 2015 steht sein Vertrag als Metro-Chef zur Verlängerung an.

Für gute Nachrichten könnte indes bald das Russland-Geschäft des Konzerns sorgen. Koch prüft einen milliardenschweren Börsengang der russischen Großmärkte. Aus Finanzkreisen hatte Reuters erfahren, der Sprung auf das Börsenparkett könnte im April über die Bühne gehen. Der offizielle Startschuss - die sogenannte "Intention to Float" - könnte in der zweiten Märzhälfte fallen, hatten Insider gesagt. "Um die Ostertage" sollte das russische Großmarktgeschäft dann an der Börse sein, hieß es weiter. Metro plant, bis zu 25 Prozent des Russland-Geschäfts der Sparte an den Aktienmarkt in London zu bringen.

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