WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Warenhäuser Karstadt: Neues Jahr, alte Probleme

Seite 2/2

Arbeitszeit könnte auf 40 Stunden pro Woche steigen

Der Betriebsrat hatte bereits von einem "Paket an Grausamkeiten" gewarnt, das die Unternehmensleitung vorgelegt habe. Ein massiver Stellenabbau, dem bis zu 3000 Stellen zum Opfer fallen könnten, zeichnet sich ab. Gekürzt werden soll auch bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld, die wöchentliche Arbeitszeit könnte von 37,5 auf 40 Stunden steigen.

Bereits beschlossen ist das Aus für sechs Standorte mit rund 330 Mitarbeitern. Die Häuser sollen 2015 ihre Pforten schließen. Zugleich starten die Verhandlungen über einen möglichen Interessenausgleich und Sozialplan für 330 vom geplanten Stellenabbau betroffene Karstadt-Mitarbeiter. "Wir streben eine Transfergesellschaft an", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt.

Kaufhaus oder Online-Shop - Was ist besser?

Dass das nur der Auftakt zu weiteren Rotstiftaktionen ist, macht auch der Brief von Vorstand Müllenbach deutlich. "Es besteht kein Zweifel daran, dass einschneidende personelle Veränderungen auf der Fläche in den Filialen und insbesondere auch im Service Center in Essen unausweichlich sind", heißt es darin. In früheren Erklärungen der Unternehmensführung hatte es geheißen, dass bis Mitte 2015 über die Zukunft der defizitären Karstadt-Häuser entschieden sein solle.

Die Verhandlungen mit den Sozialpartnern sollten jetzt "zügig" fortgesetzt werden, schließlich sei die Sanierung kein Selbstzweck. "Sie ist unabdingbar für das wirtschaftliche Überleben von Karstadt und unverzichtbar, um einem Großteil unserer Mitarbeiter eine Zukunftsperspektive zu geben", so Müllenbach.

Handel



Neben den Sparbemühungen setzt das Karstadt-Management dabei auch auf eine neue Strategie. Ziel sei es, sich auf die Stammkunden zu konzentrieren und über sieben Millionen Kunden zurückzuholen, die Karstadt seit 2009 verloren habe, kündigte der neue Marketing-Chef der Warenhauskette, Manfred Mandel, laut einer Mitteilung des Unternehmens an.

Hintergrund der Strategie seien Trends wie die Renaissance der Innenstädte, die Alterung der Bevölkerung sowie die Suche der Kunden nach Erlebnis und Orientierung. "Nach einer erfolgreichen Sanierung wird Karstadt eine ausgezeichnete Chance haben, erfolgreich zu werden", meint der Handelsexperte, der zuvor für Rewe und Real gearbeitet hat und sich nun an der Gesundung von Karstadt versucht. 

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%