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Warenhauskonzern Karstadt Kaufhof könnte weniger Filialen schließen als befürchtet

Bei dem angeschlagenen Konzern könnten 80 Häuser vor dem Haus stehen. Die Sanierer hoffen aber, dass sich mehr Filialen von Karstadt Kaufhof retten lassen.

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Der Warenhaus-Riese hatte Anfang April ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Quelle: dpa

Bei der angeschlagenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof könnten weniger Filialen geschlossen werden als befürchtet. „Von den insgesamt 172 Warenhäusern könnten am Ende im Idealfall vielleicht fast zwei Drittel weiter machen“, sagte der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus der „Wirtschaftswoche“ in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Er soll zusammen mit dem Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz die Kette sanieren.

In den ursprünglichen Sanierungsplänen war davon die Rede, dass rund die Hälfte der Häuser vom Aus bedroht sei. „Wir haben allen Beteiligten klar gemacht, dass 80 Häuser 'im Feuer' stehen. Das ist aber nicht die endgültige Zahl“, sagte Kebekus. Es gebe Filialen, deren Betrieb fortgesetzt werden könne, wenn die Vermieter Zugeständnisse machten. Mit diesen verhandele man über Mietnachlässe.

Galeria Karstadt Kaufhof kämpft in der Coronakrise ums Überleben. Der Warenhaus-Riese hatte Anfang April ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Dieses gilt als Vorstufe der Insolvenz, folgt den gleichen Regeln und mündet oft in ein reguläres Insolvenzverfahren. Der Konzern gehört der Signa-Holding des österreichischen Immobilien-Investors René Benko. Die Gewerkschaft Verdi hatte dem Management vorgeworfen, es wolle die Coronakrise für einen Kahlschlag missbrauchen.

Geiwitz bekräftigte, dass die Sanierer mit einem Umsatzverlust in diesem Jahr wegen der Folgen der Corona-Pandemie von einer Milliarde Euro rechnen. Es könne aber noch mehr werden: „Wir rechnen auch nicht damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder so einkaufen werden wie vor Corona. Das heißt, bis Ende 2022 könnten die Umsatzeinbußen sogar auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro steigen“, sagte er.

Betroffen könnte auch Benkos Signa-Gruppe sein, die auch zahlreiche der Warenhaus-Immobilien besitzt. Die Filialen der Immobiliengruppe seien von Schließungen allerdings „sicher unterdurchschnittlich betroffen, weil Signa tendenziell eher die besseren Objekte besitzt, also solche, die sich rechnen“, sagte Kebekus. Auch von Signa würden aber Zugeständnisse erwartet.

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