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Weihnachten Deutsche wollen 288 Euro für Geschenke zahlen

Schenken macht Freude: Die Deutschen wollen in diesem Jahr wieder mehr für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Die Stimmung der Verbraucher ist dabei so gut wie seit mehr als sechs Jahren nicht - das hat mehrere Gründe.

So viel geben Deutsche auf Weihnachtsmärkten aus
Bald liegt wieder Glühweinduft in den Straßen und mehr oder weniger besinnliche Weihnachtslieder hallen über die Plätze deutscher Städte und Dörfer. In wenigen Tagen öffnen die ersten Weihnachtsmärkte und die Deutschen freut es: Deals.com, das Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte, fand heraus, dass 55 Prozent der Deutschen Weihnachtsmärkte als gute Gelegenheit für einen Familienausflug nutzen und sich dabei auf die Festtage einstimmen (60 Prozent). Quelle: dpa
Weltweit setzen Weihnachtsmarktbesucher in der Adventszeit 5,6 Milliarden Euro um, ein Großteil des Umsatzes wird aber in Deutschland generiert: 2,5 Milliarden Euro spülen die gut 270 Millionen Besucher der rund 1.500 Märkte den Veranstaltern und Budenbesitzern in die Kassen. Für diese Saison planen die Teilnehmer der Umfrage von deal.com drei Besuche auf Advents- und Weihnachtsmärkten. Pro Besuch geben sie im Schnitt 9,26 Euro aus. Quelle: dpa
Ein Drittel der Deutschen hätte durchaus Lust, öfter auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, wenn die Preise dort nicht so hoch wären. So kann der Ausflug auf den Weihnachtsmarkt schon am Eingang zum Stimmungskiller werden: Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) mag es nicht, wenn Weihnachtsmärkte Eintritt verlangen. Vor allem für Frauen ist Eintritt auf den Märkten ein No-Go: Jede Zweite sieht es nicht ein, dafür zu zahlen, Geld an den teuren Ständen ausgeben zu können (51 Prozent). Quelle: dapd
Zusätzlich findet fast ein Drittel (29 Prozent) Weihnachtsmärkte zu überfüllt. Fahrgeschäfte haben nach Ansicht der Deutschen nichts auf dem Weihnachtsmarkt zu suchen: Nur knapp jeder Zehnte nutzt Fahrgeschäfte und Schießbuden. Quelle: AP
Laut einer Marktstudie des Deutschen Schaustellerbunds (DSB) kommen die Weihnachtsmarktgäste auch den Kommunen zu Gute: So gibt jeder Weihnachtsmarktbesucher 7,72 Euro in der örtlichen Wirtschaft aus. Hinzu kommen 2,37 Euro an Abgaben und Gebühren, die direkt den Kommunen zufließen. Quelle: obs
Für jeden Dritten gehört der Glühwein fest zum Weihnachtsmarkt dazu. Andere alkoholische Getränke sind dagegen weniger beliebt: Nur jeder Zehnte greift zu Bier & Co (13 Prozent). Laut der deal.com-Umfrage gibt mehr als ein Drittel der Befragten an, nur auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, um mit Freunden Glühwein zu trinken. Und auch die, die nicht nur wegen des Heißgetränks kommen, haben nichts gegen ein Schlückchen. 65 Prozent der Umfrageteilnehmer greifen bei einem Weihnachtsmarktbesuch zum Glühwein. Nur zu teuer darf es nicht sein. Mehr als 2,60 Euro sind die Deutschen nicht bereit, für eine Tasse Punsch auszugeben. Quelle: dpa
Auch Essen gehört zu den großen Freuden auf Weihnachtsmärkten: 71 Prozent der Besucher schlemmen sich gerne herzhaft durch die Stände oder naschen auch die dort angebotenen Süßigkeiten (56 Prozent). Quelle: dpa

Steigende Einkommen, die anziehende Konjunktur und niedrige Zinsen erhöhen die Kauflaune der Deutschen zum Jahresende, wie am Mittwoch die monatliche Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab. "Die Einkaufswagen werden zur Weihnachtszeit wieder sehr voll sein", sagte GfK-Experte Wolfgang Adlwarth. Im Schnitt wollten die Verbraucher 288 Euro für Geschenke ausgeben - drei Euro mehr als im Vorjahr. Ihre gute Laune dürfte sich 2014 fortsetzen. "Dass im Koalitionsvertrag keine Steuererhöhungen geplant sind, ist auch ein positives Signal für den Konsum", kommentierte GfK-Chef Matthias Hartmann die Regierungspläne von Union und SPD.

Für Dezember sagen die GfK-Marktforscher einen überraschend deutlichen Anstieg des Konsumklima-Barometers um 0,3 auf 7,4 Punkte voraus - den höchsten Stand seit gut sechs Jahren. Die Verbraucher schätzten ihre eigene Finanzlage so gut ein wie zuletzt im März 2001 und die Entwicklung der Konjunktur so positiv wie seit mehr als zwei Jahren nicht. Auch die Unternehmen gehen optimistisch ins neue Jahr, wie der Ifo-Geschäftsklimaindex zuletzt signalisiert hatte. Die Stimmung sei da jedoch besser als das teilweise magere Neugeschäft nahelege, betonte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Der Berliner Forscher rechnet zum Jahresende dennoch mit einem Anziehen der Konjunktur. Die staatliche Förderbank KfW erwartet 2014 sogar ein Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent - deutlich mehr als dieses Jahr. "Deutschland schaltet einen Gang hoch", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Allerdings hinken die Investitionen noch hinterher. Daher steht für Zeuner fest: "Das Vorkrisenniveau bleibt auch 2014 noch außer Reichweite."

Entscheidende Stütze für die Konjunktur seien 2013 und 2014 jeweils die Ausgaben der Verbraucher, sagte GfK-Chef Hartmann. "Auch im nächsten Jahr werden die privaten Konsumausgaben steigen", prognostizierte er, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Für dieses Jahr erwartet die GfK beim Konsum ein Plus von einem Prozent - die gesamte Wirtschaft hingegen wächst der DIW-Prognose zufolge nur um 0,4 Prozent.

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Neben der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt sorgen auch die niedrigen Zinsen für Kauflaune, denn sie machen das Sparen immer unattraktiver. "Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft ist das sicherlich eine gute Nachricht", betonte die GfK. Die beliebtesten Geschenke sind demnach Bücher, Spielwaren und Kleidung - aber auch Bargeld oder Gutscheine bleiben angesagt. Für Tablet-PCs oder Smartphones sind die Deutschen bereit, wesentlich tiefer in die Tasche zu greifen als im vorigen Jahr. Insgesamt könne der Handel auf Umsätze von 15,2 Milliarden Euro mit Weihnachtsgeschenken hoffen - dies wäre ein Plus von zwei Prozent. Für den gesamten Einzelhandelsumsatz im November und Dezember setzt der Branchenverband HDE auf den Rekordwert von 80,6 Milliarden Euro.

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