Weihnachtsgeschäft Der Einzelhandel reibt sich die Hände

Alle Jahre wieder versuchen Wissenschaftler und Marktforscher die weihnachtliche Shoppinglust der deutschen Verbraucher zu ergründen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Preisvergleichsdienst Kelkoo haben ihre Weihnachtsprognosen vorgelegt.

Der Einzelhandel rechnet zu Weihnachten mit einem Umsatzplus mit 1,5 bis 2,0 Prozent. Quelle: dpa/dpaweb

Der deutsche Einzelhandel steuert mit dem Weihnachtsgeschäft auf einen Rekordumsatz zu. Für die kommenden Wochen ist die Branche verhalten optimistisch. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hob seine Jahresprognose 2011von 1,5 auf 2,0 Prozent Umsatzplus an. Denn in den ersten drei Quartalen klingelten die Kassen: Erstmals stieg der Umsatz in diesem Zeitraum über die Marke von 300 Milliarden Euro.

Bis Jahresende dürften es 413 Milliarden Euro sein, rund acht Milliarden Euro mehr als 2010 und so viel wie noch nie zuvor. Für die Bescherung an Heiligabend liegen Uhren, Schmuck und hochwertige Möbel im Trend, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in Berlin.

Wo das Weihnachtsgeschäft brummt
Rund ein Fünftel des Jahresumsatzes wird im November und Dezember gemacht Quelle: AP
Das Segment der elektrischen Hausgeräte musste bis Ende August Umsatzeinbußen von 2,4 Prozent hinnehmen. Quelle: obs
Die Fahrradbranche ist in diesem Jahr die größte Gewinnerin im deutschen Handel Quelle: AP
In der Sparte Unterhaltungselektronik setzen Händler 22,6 Prozent des Jahresumsatzes im November und Dezember um Quelle: AP
Der Verkauf von Glas- und Keramikwaren stieg um 8,1 Prozent. Quelle: ZBSP
Der Buchhandel macht 23,8 Prozent des gesamten Jahresumsatzes im November und Dezember Quelle: Reuters
Der Uhren- und Schmuckhandel erzielten fast ein Viertel ihres Jahresumsatzes im Weihnachtsgeschäft
Der Handel nahm bis Ende August mit Wohnmöbeln 5,8 Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum Quelle: dpa
Die Spielwarenbranche erzielte im vorigen Jahr ein Drittel ihres gesamten Jahresumsatzes im November und Dezember Quelle: AP

Im Zeitraum Januar bis September stieg der Branchenumsatz um 2,6 Prozent. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser erwartet nun ein langsameres Tempo. Für das Weihnachtsgeschäft, also die Monate November und Dezember, rechnet er mit einem Umsatzanstieg von 1,5 Prozent auf 78 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr waren es 3,0 Prozent. Bislang vermochte die europäische Staatsschuldenkrise die deutschen Verbraucher nicht zu irritieren. „Die stabile Lage am Arbeitsmarkt und die gute Entwicklung der Einkommen sorgten bisher für eine positive Konsumstimmung“, sagte Genth.

Sollte aber die Stimmung kippen und die Menschen „negative Einkommenserwartungen“ haben, werde das die Ausgabenfreude bremsen, meinte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser

Das Weihnachtsbudget ist gestiegen

Der Shopping- und Preisvergleichsdienst Kelkoo geht derweil davon aus, dass sich das Weihnachtsbudget einer durchschnittlichen deutschen Familie auf rund 630 Euro beläuft, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Eingerechnet sind allerdings nicht nur Geschenke, sondern auch Ausgaben für Weihnachtsdeko, Reisen und Festtagsspeisen.

Auf klassische Geschenke entfallen demnach 55 Prozent des Budgets, also rund 351 Euro. Zu den beliebtesten Geschenken dürften auch in diesem Jahr Kleidung und Schuhe gehören, auf Modeartikel entfällt laut Kelkoo fast ein Drittel der gesamten Geschenkausgaben. Auf den Plätzen folgen Unterhaltungselektronik, Spielwaren und Kosmetika.

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