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Weihnachtsgeschäft Weiße Ware? Mangelware!

Waschmaschinen werden im Bosch Siemens Hausgeräte-Werk in Nauen produziert. Quelle: dpa

Ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft werden Elektrogroßgeräte wie Waschmaschinen und Geschirrspüler knapp – und teuer. Exklusive Daten zeigen, wie stark die Preise im Onlinehandel derzeit anziehen. 

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Das Angebot wirkt riesig, die Preise reichen von Discount- bis Luxusniveau: Wer beim Onlinehändler Amazon nach dem Begriff „Geschirrspüler“ fahndet, bekommt 603 Ergebnisse angezeigt – vom Billigangebot für 299 Euro bis zum vollautomatischen Tisch-Geschirrspüler zum Trocknen und Sterilisieren für knapp 5000 Euro. Auf den ersten Blick also reichlich Auswahl. Und tatsächlich stehen Kunden derzeit zwar nicht vor leeren Regalen, wenn Sie im Fachhandel oder bei Onlineanbietern nach Geschirrspülern, Waschmaschinen, Kühlschränken oder anderen Elektrogroßgeräten suchen. Doch bei einzelnen Marken tun sich Lücken auf – und die Preise steigen.

Das zeigen exklusive Daten des Stuttgarter Unternehmens Price Intelligence, eines auf Preismonitoring spezialisierten Datenanbieters für den Onlinehandel. Für die WirtschaftsWoche haben Geschäftsführer Sebastian Klumpp und ein Team um Laurenz Kögler rund 130.000 Artikel aus verschiedenen Warengruppen analysiert, die auf großen Onlineplattformen wie Amazon, Idealo und Google angeboten werden. Das Resultat: Trotz der wahrgenommenen Breite des Sortiments, machen sich Lieferengpässe und Logistikschwierigkeiten bereits bemerkbar. Die Zahl der verfügbaren Produkte geht in einzelnen Kategorien teils deutlich zurück, gleichzeitig steigen die durchschnittlichen Preise. 

Bei den auch als „weiße Ware“ bezeichneten Elektrogroßgeräten fallen die Sprünge besonders heftig aus (siehe Tabelle). So ist der Durchschnittspreis für Geschirrspüler im Onlinehandel seit August beispielsweise um sieben Prozent gestiegen. Gleichzeitig sind 14 Prozent weniger unterschiedliche Geschirrspüler am Markt verfügbar. Die Anzahl der von Onlinehändlern angebotenen Artikel ist sogar um 38 Prozent gesunken. Ähnlich ist die Entwicklung bei Wäschetrocknern – mit vier Prozent weniger verfügbaren Produkten seit August und einem Anstieg des Durchschnittspreises um immerhin drei Prozent. Auch für Kühlschränke, Herde und Waschmaschinen müssen Kunden den Daten zufolge im Schnitt mehr bezahlen. Ähnliches gilt für andere Produktgruppe, etwa Spielzeuge, Smartwatches und Speicherkarten. Die Entwicklung trifft nicht nur die Konsumenten, sondern auch viele Händler, für die das Weihnachtsgeschäft die umsatzstärkste Zeit des Jahres ist. 



Einbußen im Weihnachtsgeschäft

Laut einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) erwarten die meisten deutschen Einzelhändler wegen Lieferengpässen bei Mikrochips und anderen Produkten jedoch negative Folgen für ihr Weihnachtsgeschäft. Rund drei Viertel der befragten Unternehmen berichten von Lieferengpässen, die auf die Umsätze durchschlagen könnten, berichtet der Branchenverband. Demnach geht jeder fünfte Händler davon aus, dass sich die Materialengpässe „in erheblichem Maße“ auf ihren Umsatz auswirken dürften. Etwa 57 Prozent erwarten, dass es „in geringem Maße“ zu Einbußen kommen werde. Rund 24 Prozent sehen keine negativen Folgen.

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    Besonders die Händler von Unterhaltungselektronik und elektrischen Haushaltsgeräten befürchten, dass der Mangel auf ihr Weihnachtsgeschäft durchschlagen könnten. Aber auch bei Sportartikeln, Möbeln und Spielwaren erwarten überdurchschnittlich viele Geschäfte deutliche Bremsspuren. „Das wird nicht dazu führen, das wir leere Regale bekommen“, warnte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth vor Panikmache. Besonders begehrte Produkte wie bestimmte Spielekonsolen könnten aber betroffen sein, so Genth. 

    Mangel gibt es derzeit etwa bei Halbleitern, die in vielen Produkten zum Einsatz kommen. Der japanische Unterhaltungskonzern Nintendo etwa musste gerade erst wegen des Engpasses an Chips und Elektronikbauteilen sein Produktionsziel für die Switch-Spielekonsole herunterschrauben. Bei den Großelektrogeräten dürften neben dem Mikrochip-Mangel vor allem fehlende Frachtkapazitäten eine Rolle spielen.

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    Trotz der Probleme rechnet der HDE mit einem Umsatzanstieg im Weihnachtsgeschäft. Die Einnahmen dürften im November und Dezember um zwei Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 111,7 Milliarden Euro steigen.

    Mehr zum Thema: Ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft kämpft der Einzelhandel mit Lieferproblemen. Welche Waren, die gern zum Fest verschenkt werden, bereits vergriffen sind und wo weitere Engpässe drohen.

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