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Weiterer Manager geht von Bord Karstadt-COO Rüdiger Hartmann schmeißt hin

Nach dem Eigentümer-Wechsel bei Karstadt geht ein weiterer Manager bei dem angeschlagenen Warenhauskonzern von Bord. Im September wird der Aufsichtsrat über die Sanierung beraten.

Die größten Baustellen von Karstadt
Der neue Karstadt-Eigentümer René Benko übernimmt ein Unternehmen in der Krise. Die Karstadt-Warenhäuser schreiben rote Zahlen und kämpfen mit sinkenden Umsätzen. Ein Teil der Probleme ist auf den Strukturwandel im deutschen Einzelhandel zurückzuführen. Andere Schwierigkeiten sind hausgemacht. Welche Herausforderungen erwarten den Immobilieninvestor. Quelle: dpa
Übermächtige KonkurrenzDie Warenhäuser in Deutschland haben in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt massiv an Marktanteilen verloren. Denn Konkurrenten wie H&M, Zara und zuletzt Primark haben sich mit preiswerten, schnell wechselnden Kollektionen einen immer größeren Teil des Einkaufsbudgets der Verbraucher gesichert. Außerdem geht der Siegeszug der Einkaufszentren zulasten der Warenhäuser. „Alles unter einem Dach“ gibt es dort in der Regel in weitaus größerer Auswahl als in den Warenhäusern. Quelle: dpa
Schwaches Online-GeschäftDer Online-Handel ist zurzeit der mit Abstand größte Wachstumsträger im Einzelhandel. Doch auch hier kann Karstadt bislang mit der Konkurrenz nicht mithalten. Im Gegenteil: Während die meisten Online-Anbieter im vergangenen Weihnachtsgeschäft zweistellige Zuwachsraten verzeichneten, schrumpften die Verkäufe des Essener Unternehmens über das Internet. Quelle: dpa
Unklare MarkenpositionierungDer bis Ende 2013 amtierende Karstadt-Chef Andrew Jennings versuchte Karstadt mit der Brechstange ein jugendlicheres Image zu verpassen. Er wollte den Konzern stärker auf Mode ausrichten, setzte auf neue trendige Marken und gab ganze Sortimentsbereiche wie etwa Elektronik auf. Das verschreckte die ältere Stammkundschaft. Doch neue Zielgruppen wurden dennoch nicht im erhofften Umfang erreicht. Quelle: dpa
Verunsicherte MitarbeiterDie Unsicherheit der vergangenen Jahre und der schleichende Personalabbau in den Filialen ist an den Karstadt-Mitarbeitern nicht spurlos vorübergegangen. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert vor allem den bisherigen Eigentümer Nicolas Berggruen: „Die Beschäftigten sind von diesem angeblich sozialen Investor Berggruen bitter getäuscht worden“, sagt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Wenn Benko die Karstadt-Mitarbeiter auf einem harten Sanierungskurs mitnehmen will, muss er das Vertrauen der Beschäftigten zurückgewinnen. Quelle: dpa
Großer InvestitionsstauDie meisten Handelsexperten sind sich einig, dass bei Karstadt in den letzten Jahren viel zu wenig investiert wurde. Heinemann schätzt den Investitionsstau sogar auf mindestens 1,5 Milliarden Euro. Soviel Geld wäre nach seiner Auffassung nötig, um das Unternehmen zukunftsfähig auszurichten - im stationären, wie im Internethandel. Quelle: ZB

Karstadt-COO Rüdiger Hartmann, der unter anderem als Geschäftsführer die Le Buffet Restaurant und Cafe GmbH leitete, scheide auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus, teilte Karstadt am Donnerstag mit. Erst vergangene Woche hatte Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz den Hut genommen.

Damit leitet derzeit übergangsweise Finanzvorstand Miguel Müllenbach allein den Konzern. Der bisherige Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen hatte seine Anteile vor zwei Wochen an den österreichischen Immobilien-Investor Rene Benko und dessen Signa-Gruppe abgegeben.

Karstadts Krisen-Chronik

Nun will sich der Aufsichtsrat des Unternehmens am 11. September zu seiner mit Spannung erwarteten Sitzung treffen. Erst in der vergangenen Woche hatte das Bundeskartellamt grünes Licht für die Übernahme von 88 Karstadt-Warenhäusern durch die Signa-Holding des Österreichers gegeben. Zu den Inhalten des Treffens machte das Unternehmen am Mittwoch in Essen zunächst keine Angaben. Beobachter gehen davon aus, dass Benko zeitnah ein Sanierungskonzept für die angeschlagene Warenhauskette vorlegen wird.

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Die Gewerkschaft Verdi hatte in den vergangenen Tagen wiederholt die Forderung nach einer Standort- und Beschäftigungsgarantie des neuen Eigentümers für das Unternehmen bekräftigt. Eigentlich war die Sitzung, auf der die Karstadt-Führungsspitze ihr Sanierungskonzept vorstellen wollte, bereits in der vergangenen Woche geplant gewesen. Sie musste aber wegen des Eigentümerwechsels verschoben werden.

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