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Kaufen Sie online, solange es noch geht

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Sofa-Shopping zerstört die Innenstädte

Was die Deutschen online kaufen
Blumen Quelle: dpa
Telekommunikation/Handy Quelle: dapd
Platz 8: Haushaltsgeräte Quelle: obs
Möbel, Sofa Quelle: Screenshot
Platz 1: Kleidung Quelle: dpa
Modelleisenbahn Quelle: dpa/dpaweb
Bücher Online-Versandhandel Quelle: Screenshot

Nun greifen auch die Städte ein. Zahlreiche innerstädtische Geschäfts- und Wohnstraßen sind den ganzen Tag über dermaßen von den Auslieferungsfahrern zugestellt, dass es kein Durchkommen mehr gibt. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek meint dazu, „das Sofa-Shopping“ sei die neue grüne Wiese, die Innenstädte kaputtmache. SPD und Grüne wollen Bestellungen im Internet künftig durch Strafzölle und Einfahrtbeschränkungen unattraktiv machen. Die Stadt Utrecht in den benachbarten Niederlanden vergibt inzwischen Transportlizenzen und hat damit die Fahrten der Paketdienste bereits verteuert.

Was den Deutschen beim Online-Shopping wichtig ist

Allem Anschein nach hat beim Thema Onlinehandel keiner der Protagonisten wirklich zu Ende gedacht: Nicht die Onlinehändler, nicht die Paketdienste, nicht die Städte - und schon gar nicht die Endverbraucher. Die Online-Kunden sitzen bequem auf ihren Sofas und an ihren Rechnern und würden sich am liebsten alles, selbst die Lebensmittel, nach Hause liefern lassen. Dass dies einmal - und so frühzeitig in der noch jungen Entwicklung des „interaktiven Handels“ - an sehr praktische Grenzen stoßen könnte, daran hat scheinbar niemand gedacht.

Alles nur eine Blase?

Weder kann in Zukunft die Lieferung dessen, was online bestellt wird, kostenlos sein, noch können die Verbraucher erwarten, dass man ihnen die Ware mehrfach hinterherträgt. Weder können die Stadtväter zulassen, dass ihre Innenstädte veröden, noch dass sie unpassierbar werden. Weder müssen wir uns alles, was wir kaufen, nach Hause liefern lassen, noch ist dies der Umwelt zuzumuten. Weder benötigen wir die meisten Waren, die wir bestellen, am nächsten Tag, geschweige denn noch am gleichen. Wenn sich jedoch die Versandkosten bald drastisch verteuern und die Schlangen an den Paketausgabeschaltern endlos lang werden, wird der Verbraucher seine Freude am Onlineshopping schnell wieder verlieren.

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Unter diesen Gesichtspunkten könnte der derzeitige Onlinehandel nur eine Online-Blase sein, deren Hype bald enden wird bzw. sogar enden muss. Vermutlich werden wir die Vorzüge des Offline-Shopping schon bald wiederentdecken: Durch die Straßen schlendern, die schicken Auslagen in den Schaufenstern bewundern, ein Schwätzchen mit zufällig getroffenen Bekannten halten, gemeinsam einen Kaffee in der Sonne trinken. Nicht alles war schlecht in der Zeit vor der Erfindung von Desktops, Tabletts und Smartphones.

Ist das nun schon das frühe und jähe Ende des Onlineshopping? Der Onlinehandel jedenfalls stößt bereits jetzt an seine natürlichen Grenzen. Ob das die Eigentümer von Zalando, die den noch in den roten Zahlen steckenden Onlinehandelsriesen offenbar sehr bald an die Börse bringen wollen, einkalkuliert haben?

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