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Werner knallhart

Die Rettung für Apotheken: Impfen, Sehtests, Allergietests

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Der Anfang von etwas ganz bedrohlich Modernem

Und wer reinkommt, um sich impfen zu lassen, der kauft vielleicht direkt noch Lakritzkreide oder eine Handcreme, die nach Lavendel duftet. Für sowas gibt es dann auch wieder ein Päckchen Tempo.

Gut, ne? „Impfungen gehören nicht in eine Apotheke, das haben Apotheker nie gelernt“, hat der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, der „FAZ“ gesagt. Dass das Ganze den Ärzten nicht passt, ist beruhigend. Zeigt es doch, dass das Impfen eine Aufgabe ist, um die es sich zu kämpfen lohnt. Aber bei allem Respekt vor den Errungenschaften der modernen Medizin mit OPs am offenen Herzen und so weiter: Ich hätte auch keine Bedenken, meine dreijährige Nichte zu bitten, mich gegen Grippe zu impfen.

Ich bin mir sehr sicher, dass Apotheker das erst recht in einem schnellen Online-Kurs erlernen könnten. Da sollte Herr Weigeldt nicht so skeptisch sein. Aber ich kann mir denken, was die Ärzte umtreibt: Es könnte nur der Anfang sein von etwas ganz bedrohlich Modernem.

Und ja, das wäre gar nicht schlecht. Aus Kundensicht. So viele Dienstleistungen, die in der Arztpraxis ablaufen, werden letztendlich von den Helferinnen durchgeführt. Warum den Patienten nicht ersparen, dafür extra zum Arzt zu gehen? Andere Patienten mit dramatisieren Anliegen werden es ihnen danken. Und den Krankenkassen käme das sicher auch entgegen. Die AOK findet die Grippeimpfung in der Apotheke zumindest schon mal gut.

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    Ich bin kein Mediziner. Aber ich denke mal laut: Wie wäre es mit folgenden Dienstleistungen in der Apotheke?

    1. Impfungen auch gegen andere Krankheiten. Ein elektronischer Impfpass könnte in der Apotheke ausgelesen werden. Empfohlene Standard-Impfungen könnten eben mal aufgefrischt werden. Piks, Tempo-Päckchen, auf Wiedersehen.

    2. Allergietests: Da werden allergene Flüssigkeiten auf die Haut des Unterarms aufgetragen und dann die Haut darunter leicht aufgekratzt. Danach werden die Quaddeln in ihrer Größe beurteilt. Meiner dreijährigen Nichte würde ich das nicht zutrauen, wegen des Durcheinanders mit den ganzen Flüssigkeiten. Meiner achtjährigen Nichte aber schon. Und für den unwahrscheinlichen Fall eines allergischen Schocks wäre die Apotheke für Gegenmittelchen ja an der Quelle.

    3. Sehtests für den Führerschein. Ich habe jüngst einen beim Arzt für den Bootsführerschein gemacht. Rot-Grün-Blindheit mit einem Büchlein, Sehschärfe mit einem Poster an der Wand. Solange alles okay ist, erkennt das auch ein Apotheker. Sollte es Bedenken geben: ab zum Augenarzt für Genaueres.

    Ich sage ja nicht: Hautkrebs-Screening, Schulter einrenken und Mandeln abtasten in der Apotheke. Aber all das, was keine tief greifenden ärztlichen Gespräche vorab und danach erfordert und Handgriffe sind, die eine Helferin ohne Anwesenheit eines Arztes auch erledigen kann, könnte man vielleicht doch auch in einem hygienischen Raum einer Apotheke erledigen. Wenn die Apotheker es in einem Lehrgang gelernt haben. Wenn das gut gemacht ist, würde ich mich als Kunde freuen.

    Und welche neuen Aufgaben könnten Ärzte übernehmen, wenn einige alte an die Apotheken abwandern? Falls das hier ein paar Apotheker und Ärzte lesen: Was sagen Sie?

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