Werner knallhart

Fallen Ritter Sport keine Sorten mehr ein?

Ach, wäre der Mut der Ritters bei neuen Sorten doch so groß wie bei ihren Werbekampagnen. Oder ist der Geschmack von uns Konsumenten einfach zu konservativ? Immerhin - die neueste Idee: Nuss-Schokolade ist jetzt teurer.

Diese Schreibtischsnacks halten Sie fit
ChicoreeBitter, aber gesund! Chicoree hat eine hohe Nährstoffdichte. Wem die Rübe zu bitter ist, kann sie vorher Zuhause dünsten oder leicht anbraten.
WasserkresseAls eher unbekanntes Gemüse taucht Wasserkresse kaum als Schreibtisch-Snack auf. Dabei besteht das Gemüse zu 100 Prozent aus Nährstoffen und ist damit optimal geeignet als Energiekick für zwischendurch. Geschmacklich erinnert das Gemüse an Rettich oder Senf. Um in den Genuss des vollen Aromas zu kommen, sollten Sie die Wasserkresse roh verzehren. Man kann die Blätter klein schneiden und über Salate streuen. Auch auf einem Butterbrot, als Zusatz zu Frischkäse oder Quark und in Dips macht sich die Brunnenkresse gut.  
China-KohlChina-Kohl ist ein echtes „Power-Veggie“. Es schmeckt roh im Salat oder auch mit einem leckeren Dipp. Nur rund dreizehn Kilokalorien nimmt man pro 100 Gramm zu sich, da das Gemüse zu 95 Prozent aus Wasser besteht - also greifen Sie ordentlich zu!
GrapefruitWer er lieber fruchtig mag, kann sich die Mittagspause mit Grapefruit versüßen. Wem die Frucht roh zu sauer ist, kann sie als Beilage für diverse Gerichte wie zum Beispiel Obstsalat verwenden. Ähnlich wie viele andere Zitrusfrüchte haben auch Grapefruits nur wenige Kalorien. 100 Gramm enthalten durchschnittlich zwischen 38 und 50 Kalorien. Damit ist die Grapefruit eine der gesündesten Früchte überhaupt.
KräuterZusammen mit Salat sind Kräuter, insbesondere Schnittlauch, ein gesunder Snack für die Mittagspause. Meist enthalten sie größere Mengen an Vitamin A und C. Außerdem wirken sie bakterienhemmend, anregend auf Appetit und Verdauung und regulieren schonend erhöhten Blutdruck.
KohlblätterEine wahre Vitaminbombe: Früher noch als Arme-Leute-Essen verschrien, ist Kohl heute der perfekte Manager-Snack. Besonders reich ist Kohl an Vitamin C. Und wem das Grünzeug roh nicht schmeckt – es gibt tolle Kohl-Smoothie-Rezepte.
PetersilieLässt sich super zwischendurch knabbern, oder auch auf dem Brötchen. Macht nicht dick, stillt aber den kleinen Hunger, der uns im Büro so oft heimsucht. Auch in Salaten kommt Petersilie gut.
KarottenKarotten sind eine gesunde Alternative für den kleinen Hunger. Aber Vorsicht: Wer die Möhre vor dem Essen schält, lässt sich gute Nährstoffe entgehen. Deswegen lieber waschen und ungeschält essen.
BlattsalatDarf’s auch ein bisschen grüner sein? Salat macht fit und ist gesund – und somit ein toller Snack für zwischendurch. Aber Achtung bei der Wahl der Soße - mit fettigen Joghurtsoßen oder Fertigsoßen wird aus einem vermeintlich gesunden Salat schnell eine Kalorienbombe.
MangoldAuch als Rohkost geeignet ist der spinatähnliche Mangold. Er enthält viel Vitamin K, A und E und hat eine Nährstoffdichte von 89,27.
RadieschenRundliche Formen, scharfer Geschmack: Das Radieschen ist ein idealer kalorienarmer Schreibtischsnack. Die roten Kugeln lassen sich roh knabbern oder in Scheiben schneiden. Die Nährstoffdichte ist hier 16,01.
BroccoliMit einer Nähstoffdichte von 34,89 ist Broccoli eine gesunde Alternative zum Schokoriegel für zwischendurch. Und nicht genug damit: Broccoli gilt auch als Wunderwaffe gegen Krebs. Wer das Gemüse nicht gerne roh ist, kann sich auch Broccolisprossen ziehen, die noch gesünder sind.
BrombeereEbenfalls fruchtig, aber süßer als die saure Grapefruit ist die Brombeere. Brombeeren enthalten viel Vitamin C, die Mineralstoffe Kalium, Eisen und Calcium und reichlich Ballaststoffe. Am besten kaufen Sie sie zwischen Juli und Oktober an. Im Idealfall essen Sie Brombeeren gleich frisch, denn diese halten sich nur 1 bis 2 Tage. Dann ist auch deren Vitamin-C-Gehalt am höchsten. Lassen Sie die Brombeeren bei deren Reinigung aber nicht im Wasser liegen. Das laugt sie nur aus - und die Nährstoffe landen unnötig im Reinigungswasser.

Kolumnen schreiben ist lecker. Ich komme gerade aus der Ritter Sport Bunte Schokowelt in Berlin-Mitte unweit des Gendarmenmarkts. Ein Ritter-Flagshipstore mit Café. Für Berlin-Touristen, die sich fragen: "Wie schmeckt Traube-Nuss wohl, wenn man sie in einem Laden kauft, bei dem die Schokolade teurer ist als im Supermarkt, obwohl sie hier direkt vom Hersteller kommt?"

Der Schoko-Höhepunkt dort ist eine Schokoladenmanufaktur, bei der die Kunden aus einem Berg von Zutaten ihre ganz eigene Schokoladensorte erfinden können. Dort gibt es Zitronenstückchen, karamellisierte Kokos-Flocken, Mini-Marshmallows, Gummibärchen, saure Kirschen und und und. Die Zutaten werden dann mit flüssiger Schokolade verrührt und in quadratische Förmchen gegossen.

Die Schokoladen-Fans überlässt man also ihrer eigenen Phantasie. Aber selber? Eine der ganz neuen Ritter-Ideen für den Massenmarkt: Die Sorte Knusperflakes gibt es jetzt auch in groß. Statt nur in der 100-Gramm-Tafel für rund einen Euro auch als 250-Gramm-Tafel für rund 2,50 Euro. Dass darauf die Kunden gewartet haben, das muss man erstmal erahnen.

Wieviel Zucker steckt in...

Dann die Sorte Nusssplitter - eine klassische Nussschokolade wie aus den 70ern. An der ist neu, dass sie nun wiederum in 100 Gramm verkauft wird. Wie seit Neuestem auch die "Keks-Nuss".

Beide Sorten haben zerhackte Nüsse drin und schmecken fast identisch. Die Keks-Variante hat aber den Nachteil, dass sie beim Kauen so kracht, dass man sie mit Kopfhörern in den Ohren kaum ertragen kann. Sie ist einfach nicht Street. Aber sie knuspert. Und das ist offenbar sehr 2016.

Denn insgesamt gibt es zurzeit 25 Sorten. Aber fast alle Sorten der Neuzeit knuspern. Neben Nusssplitter und Keks-Nuss gibt es Knusperkeks und "Karamell und Keks". Und damit es noch mehr knuspert, gibt es Knusperflakes (mit Cornflakes, also Mais-Knusper) und "Knusper Tortilla Chips" (mit Knuspermais).

Außerdem die "Weiss & Crisp". Man merkt sofort, diese Sorte ist nicht neu, sonst hieße sie  zeitgemäß "Weiss & knusprig". Ritter empfiehlt die Sorte als "Liebeserklärung an alle Knusperfans." Wir leben einfach in einem Knusperjahrzehnt.

Aber es soll ja nicht nur knuspern, es soll auch knacken. Ritter bewirbt die kernigen Sorten jetzt separat als die neue "Nuss-Klasse".

Deutschlands Schoko-Riesen
Schlager Süsstafel Quelle: dpa
Berggold "Sturm der Liebe" Quelle: Screenshot
Halloren-Kugeln Quelle: dpa
Rübezahl Schokoladen Quelle: Presse
Trumpf: Edle Tropfen Quelle: Screenshot
Moser Roth
Stollwerck-Gruppe: Die Markensammler Quelle: dapd
Ritter Sport Quelle: Screenshot

Vollnuss, weiße Vollnuss, dunkle Vollnuss, ganze Mandel (und nicht etwa Vollmandel), Honig-Salz-Mandel (eigentlich ganze Honig-Salz-Mandel) und Macadamia (nicht ganze Macadamia, dafür sind Macadamia zu groß, trotzdem darf diese Sorte in die Nussklasse, anders als die Sorte Kokos, deren Nüsse aus verpackungstechnischen Gründen ebenfalls nicht ganz in die flüssige Schokolade geschmissen werden, allerdings auch nicht in die Nussklasse dürfen).

Aber was bringt die Zusammenfassung als Nussklasse? Online konnte ich dazu nichts finden. Doch in der Ritter-Schokowelt dann die Lösung: Alle anderen Tafeln kosten dort 1 Euro und 5 Cent. Die Nussklasse aber 1 Euro 25. "Nüsse sind so teuer geworden", so die Erklärung eines Shop-Mitarbeiters. Die Nussklasse als neues Preissegment. Danke. Und sonst so?

Och, wenig Revolutionäres: Neben Vollmilch (35 Prozent Kakao), Halbbitter (50 Prozent Kakao) und Edelbitter (73 Prozent Kakao) nun noch - aber Achtung, nur in der 250-Gramm-Variante - die Sorte mit 40 Prozent Kakao, die heißt, logisch: "Goldschatz", als kräftigere Vollmilch-Sorte. Alles Überbleibsel aus der Zeit des Dunkeltrends der Nullerjahre.

Im Winter dann Saisonales mit Zimt und im Sommer mit Beeren, Joghurt und Zitrone. Maaaann! Was ist da los beim größten Schoko-Sortenerfinder, der mit der Sorte Olympia in den 80er-Jahren eine neue Geschmacks-Kategorie erfand mit Honig, Nuss und Joghurt? Und der einst Anfang der Neunziger mit den Cornflakes das Frühstück in die Schokolade warf?

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