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Werner knallhart

Edeka ohne Nestlé: Irgendwie fehlt nichts

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Wir Verbraucher haben die Preise im Griff

Eine andere große Frage: Sind wir Kunden - mit hängenden Schultern vor leeren Nestlé-Regalfächern stehend - bereit, spontan zu konkurrierenden Marken zu wechseln oder wechseln wir lieber von Edeka zu REWE oder Kaufland?

Eine Abwägungssache. Experten sagen, es kommt auf das Produkt an. Bei Nuss-Nougat-Cremes etwa sind wir fimschig, da geht Markentreue vor Bequemlichkeit. Würde Edeka Nutella auslisten, würden wir Verbraucher also mit wehenden Haaren in einen anderen Supermarkt rennen.

Flexibler sind wir der Marktforschung nach zum Beispiel bei Butter. Marke fast Wurscht. Hauptsache billig.

Was aber nun bei Nestlé-Marken? Kriegen wir die durch andere ersetzt, ohne vom Fleisch zu fallen? Die gute Nachricht aus Sicht von Edeka ist: Nutella ist von Ferrero. Und alles andere ist ja wohl Ehrensache: Wer sich dabei unwohl fühlt, einem Konzern ausgeliefert zu sein, der muss aus Prinzip flexibel bleiben. Wer Maggi von Nestlé vermisst: Zur 5-Minuten-Terrine gibt es ein Pendant von Knorr (Unilever), von Pfanni (Unilever) oder in Bio-Qualität von Foodster. Als Alternative für die Wagner-Fertigpizza halten die Leute von Dr. Oetker aus Bielefeld schon ein paar Ideen bereit. Wer seine Frühstücks-Flocken Ciniminis vermisst: Schwarzwälder Kirschtorte hat nicht sehr viel mehr Kalorien. Oder man greift zur Zuckerbombe Smacks von Kellogg´s.

Wer Nesquik mag, kriegt sicher auch Kaba runter (Mondelez). Und die Nespresso-Kapseln gibt es mittlerweile ja von fast jedem anderen Kaffeehersteller - von Dallmayr über Jacobs bis No-name. Vittel ist ohnehin Wasser für Leute, die noch nicht mitgekommen haben, dass man hierzulande Leitungswasser trinken kann. Und wer wegen Nestlés After Eight, Nuts, Rolo, Lyon, Smarties oder Kitkat extra einen anderen Supermarkt aufsucht, der sollte sich mal auf die Waage stellen.

Die größten Lebensmittelhändler

Nein, im Ernst. Wie mein Kolumnisten-Kollege Simon Kluge gerade Montag geschrieben hat: Laut einer Erhebung bleibt das Markenimage von Edeka aktuell stabil beim positiven Wert +16, während Nestlé innerhalb einer Woche von -4 auf -14 abgerutscht ist. Die können sich eben nicht alles erlauben. Denn wir kämen alle wunderbar auch ohne Nestlé aus. Wir kämen auch ohne Ferrero aus. Und ohne Dr. Oetker. Sogar ohne Edeka.

Solange die alle merken, dass wir ganz schnell den Anbieter wechseln, haben wir Verbraucher die Preise im Griff. Und jetzt: Edeka, kämpf für uns. Kämpf wie ein Lyon! Wir mampfen derweil tapfer Snickers.

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