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Werner knallhart

Statt meckern: Spätsommerliche Rezepte mit Lebkuchen

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Wollen wir wirklich ein Weihnachtsgebäck-Verbot vor November?

Aber vor einigen Jahren hat eine Meinungsumfrage von YouGov ergeben: Ein Drittel der Deutschen wünscht sich ein Weihnachtsgebäck-Verbot vor November. Obwohl so viele die Kekse essen wollen. Leute! Das ist einfach nur eins: intolerant.

Das wäre so, als würden Menschen, die keine Kinder haben, protestieren, dass Alete-Gläschen in den Regalen stehen, als wären Katzenhalter dagegen, dass es bei Rewe Hundefutter gibt, als wären Leute, die im Winter zu Hause bleiben, dagegen, dass es rund ums Jahr Sonnencreme bei Rossmann zu kaufen gibt, oder Leute, die keinen Fisch mögen, gegen Sahneheringe.

Der überwiegende Anteil der Produkte im Supermarkt wird von uns niemals gekauft. Sie sind für die anderen da. Und das gilt auch für Lebkuchen. Basta!

Vorschlag zur Güte: Wer sich mit all dem gedanklich schwertut, sollte Weihnachtsgebäck einfach im Kopf umetikettieren. So wie es der Handel auch macht. Er nennt es mittlerweile nicht selten „Herbstgebäck“. Und achten Sie mal auf die Verpackung: Weihnachtsdekor ist oftmals gar nicht drauf.

Herbstgebäck! Das geht. Weil sich das christliche Abendland nämlich gleichzeitig auch der freiheitliche Westen ist. Sodele!

Und wenn wir alle erstmal im Kopf haben: „Eine Marzipankartoffel ist für mich Spätsommer“, dann geht der Blutdruck sofort runter. Man kann mit den feinen Geschmäckern aus dem Herbstgebäck tolle spätsommerliche Köstlichkeiten kreieren. Hier ein paar Ideen, die ich schon ausprobiert habe:

1.  Vanilleeis mit gebratenen Pflaumen der Saison auf Marzipankartoffel-Creme
Sommer trifft Herbst. Vanilleeis selber machen oder kaufen, die frischen Pflaumen dünsten, zuckern, in Butter anbraten, etwas Zimt drüber. Eine Tüte Marzipankartoffeln in einem Becher Sahne auflösen, bis eine Creme entsteht (gegebenenfalls mit etwas Milch strecken). Eis, heiße spätsommerliche Pflaumen und Creme gemeinsam auf einem Teller anrichten.

2. Käseplatte mit Pfefferkuchen
Der perfekte Spätsommerabschluss: Kaufen Sie einen kräftigen Gorgonzola (wenn Sie mögen einen mit Mascarpone) und ein Päckchen feiner skandinavischer Pfefferkuchen (der etwas süßere Spekulatius tut es auch). Dazu vielleicht ein paar Träubchen.
Wenn Sie gerne Trockenbeerenauslesen trinken, ist das jetzt der Moment.
Servieren Sie Käse und Kekse gemeinsam hübsch angerichtet mit den Trauben. Denn einfacher geht es nicht: Streichen Sie Käse auf die Kekse. Und los! Dem ankommenden Herbst auf dem Balkon entgegenspüren!

3. Spätsommerlicher Apfel-Lebkuchen-Salat mit Kardamom-Klecks
Der perfekte Begleiter zum Blick in den Sonnenuntergang im September. Vier Äpfel fein würfeln, ein Drittel mit ein wenig Zitronensaft besprenkeln, zwei Drittel gemeinsam mit zwei Esslöffeln Rosinen in der Pfanne in Butter anbraten und mit Zimt und etwas Zucker verfeinern. Mit einem Schluck Weißwein ablöschen.
Einen kleinen Becher Crème fraîche oder Skyr je nach Geschmack mit etwas Puderzucker und fein gemahlenem Kardamom verfeinern.
Zwei Elisenlebkuchen (je nach Vorlieben mit oder ohne Schokoglasur) von ihren Oblaten lösen und klein hacken.
Die gebratenen und rohen Apfelstückchen und die Lebkuchenstückchen vermischen und in eine Schale geben. Die Kardamom-Creme mit einem satten Klecks darauf geben und mit gehackten Walnüssen, einem Minzblatt und einer Prise Zimt garnieren.

Wenn Sie das probiert haben, kommt Ihnen Weihnachtsgebäck, das jetzt ja Herbstgebäck heißt, wie die perfekte Abrundung des Sommers vor. Und im Advent können wir uns dann alle auf die Schokonikoläuse stürzen, die ja eigentlich Weihnachtsmänner sind. Und ab Neujahr dann die Schokohasen.

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