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Zäsur bei der Metro Aufsichtsratschef Haniel geht

Die Duisburger Familienholding Haniel gibt beim Handelsriesen Metro das Heft aus der Hand: Ihr Vertreter Franz Markus Haniel wird künftig nicht mehr an der Spitze des Aufsichtsrats des Düsseldorfer Konzerns stehen.

Die größten Gewinner und Verlierer im Handel
Marken mit der positivsten Entwicklung:Platz 1: Media-Markt Der Elektronik-Markt verbessert sich im Vergleich zur Studie 2012 am stärksten und zwar um 18 Plätze auf jetzt Rang elf. Vor zwei Jahren war die Metro-Tochter um 20 Plätze abgestürzt. "Zu den Verbesserungen haben die Rückkehr zu einer klaren Markenkommunikation, der Aufbau des Eigenmarkensortiments, die Investition in Zusatzservices und der Relaunch des Onlineshops beigetragen", schreibt Batten & Company. Quelle: obs
Marken mit der positivsten EntwicklungPlatz 2: Müller DrogeriemarktMüller ist mit einer Verbesserung um 13 Plätze auf jetzt Rang 20 der Aufsteiger unter den Drogeriemärkten. Der Umbau der Filialen zum „Erlebniskaufhaus“ steigert die Markenpräsenz und den Markennutzen. Zusätzlich trägt die Sortimentsprofilierung mit Fokus auf Naturkosmetik zur Differenzierung der Drogeriemarktkette bei. Weiteres Instrument zur Stärkung der Marke ist das hochwertige Magazin „Luxus“, das die höherwertigere Positionierung zwischen Drogeriemarkt und Parfümerie gegenüber dem Kunden erlebbar macht. Quelle: dpa
Marken mit der positivsten EntwicklungPlatz 3: EdekaEdeka ist der Überraschungssieger. Mit einer Verbesserung um fünf Plätze schafft es die Supermarkt-Kette nun im Gesamtranking auf Platz 2. "Nach dem Absturz in der letzten Studie wurde erfolgreich gegengesteuert", stellen Batten & Company fest. Edeka setzt seine klare und verbraucherrelevante Markenpositionierung konsequent um und zieht an den Konkurrenten Rewe und Aldi in Punkto Bedürfnisorientierung vorbei. Auch mit umfassender Filialoptimierung und konsequentem Markenauftritt hat Edeka gegenüber Rewe Boden gut gemacht. Quelle: dpa
Marken mit der positivsten EntwicklungPlatz 4: PennyDer Lebensmitteldiscounter macht gegenüber 2012 fünf Plätze im Ranking gut und schafft es damit auf Platz 27 der Gesamtauswertung. Quelle: dpa
Marken mit der positivsten EntwicklungPlatz 5: BonprixDer Mode-Online-Marktplatz verbessert sich gegenüber 2012 um vier Plätze auf nun Rang 31. Auch die Warenhaus-Kette Galeria Kaufhof schafft einen Sprung um vier Plätze nach vorne auf nun Rang 17. Damit entwickelt sich Kaufhof sehr viel positiver als Konkurrent Karstadt. Quelle: Screenshot
Marken mit der negativsten EntwicklungPlatz 1: KarstadtDer Warenhaus-Konzern verliert voll 17 Plätze gegenüber 2012 und landet nun abgeschlagen auf Rang 25. "Die Neuausrichtungsversuche kommen nicht bei den Kunden an", konstatieren die Studienautoren. Nach vorerst erfolgreich begonnenen Umstrukturierung und Erholung der Markenstärke 2012 stürzt Karstadt mit dem Verlust von 17 Plätzen erneut ab. Die versprochene Trendwende seit Übernahme durch Investor Berggruen und nun René Benko (Karstadt-Luxus und Karstadt-Sport) ist für die Kunden nicht zu spüren, das Angebot an Eigenmarken sowie der Onlineshop sind kaum bekannt. Weiterhin untergraben Negativschlagzeilen das Vertrauen und die Sympathie in das Unternehmen. Gleichzeitig macht Kaufhof seine Hausaufgaben wesentlich erfolgreicher und kann deutlich Boden im Wettstreit um die Kundengunst zwischen der etablierten Warenhäusern gut machen. Quelle: dpa
Marken mit der negativsten EntwicklungPlatz 2: HornbachDie Baumarktkette sackt um zwölf Plätze ab und belegt im Gesamtranking der führenden Handelsmarken nun nur noch Rang 34. Damit ist Hornbach allerdings nicht allein. Pleiten und der intensive Preiskampf in der Branche sorgen für Verunsicherung bei den Kunden. Das schlägt sich in gesunkenen Markenstärke und - nutzen aller untersuchten Baumarktketten nieder. Hornbach ist der größte Verlierer. Zwar konnten die Manager die Markenbekanntheit steigern. "Aber anstatt auf Kontinuität und Kernkompetenz zu setzen, bewirken Experimente in der Markenkommunikation geringere Markenklarheit und Uniqueness", schreibt Batten & Company. Der einzige Branchengewinner ist Hagebau, der mit Kontinuität und Fachkompetenz punktet. Quelle: dpa

Nachfolger solle ein "unabhängiger" Kandidat werden - der scheidende Chef des weltgrößten Schokolade- und Kakao-Herstellers Barry Callebaut, Jürgen Steinemann. Haniel hatte die Geschicke der Metro entscheidend mitbestimmt. Doch die Holding will sich unabhängiger vom Handel machen und hatte ihren Anteil an den Düsseldorfern in der Vergangenheit stetig abgebaut.

Der 1955 geborene Franz Markus Haniel ist seit April 2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats und hatte dieses Amt auch bereits von 2007 bis 2010 inne. Nun wolle er "die Möglichkeit eröffnen, dass der Aufsichtsratsvorsitz in die Hände eines unabhängigen, externen Vertreters übergeht", betonte Haniel. Die Duisburger Holding werde sich aber nicht komplett von der Metro verabschieden: "Die Geschichte der Metro und des Hauses Haniel ist seit über 50 Jahren eng miteinander verbunden, was sich auch in Zukunft nicht ändern wird." Haniel werde langfristig Aktionär bleiben, versprach er.

Das ist die Hudson's Bay Company

Das Duisburger Familienunternehmen hatte in den vergangenen Jahren seinen Anteil am Düsseldorfer Handelskonzern von gut 34 Prozent schrittweise abgebaut und plant, diesen bis 2020 auf rund 20 Prozent zu reduzieren. Dann werde Metro "ein angemessenes Gewicht" im Haniel-Portfolio haben. Neben Haniel sind die Familien Schmidt-Ruthenbeck sowie Beisheim Großaktionäre bei Metro - sie halten gut 15 sowie knapp über neun Prozent der Stimmrechte.

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Die Beteiligung an den Düsseldorfern hatte Haniel in der Vergangenheit nicht immer Freude gemacht. Metro stieg 2012 aus dem Dax ab, für 2012 musste Haniel zudem einen Netto-Verlust von rund 1,9 Milliarden Euro ausweisen. Rund 1,2 Milliarden Euro davon resultierten damals allein aus Abschreibungen auf die Metro-Beteiligung.

Der 1958 geborene Steinemann soll nun im September in den Metro-Aufsichtsrat aufrücken, Haniel will seinen Spitzen-Posten dann nach der Hauptversammlung im Februar 2016 abgeben. Steinemann werde dann den Metro-Vorstand "aktiv begleiten", stellte Haniel in Aussicht. Er kenne die Branche. Steinemann war vor seiner Zeit bei dem Schweizer Callebaut-Konzern unter anderem für den Konsumgüterkonzern Unilever tätig.

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