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Zentis und Ehrmann Von Früchtchen und Freunden

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Verhandler und Freunde

Ehrmann-Fruchtquarks in einer Kühltruhe Quelle: Fyodor Savintsev für WirtschaftsWoche

Nach der Hälfte der Verkostung überlassen die beiden Firmenchefs das Feintuning ihren Experten und ziehen sich in den Besprechungsraum zurück. Inmitten von Milch und Früchten geht es nun um die Wurst: Wie sehen die Preise für 2012 aus? Welche Mengen werden zu welchen Konditionen abgenommen? Welche Preiserhöhungen bei Rohstoffen muss Johnen an Ehrmann weiterreichen? Wie viel davon wird Ehrmann akzeptieren? Die Verteuerung von Zucker und Früchten habe Zentis in diesem Jahr fast 50 Millionen Euro zusätzlich gekostet, klagt Johnen.

Typischer Kompromiss

Schon Ehrmanns und Johnens Väter haben Geschäfte gemacht, die Söhne setzen die Tradition fort. Die beiden sind Geschäftspartner, gewiefte Verhandler, aber eben auch Freunde seit mehr als 30 Jahren. „Wir haben uns nie enttäuscht“, sagt Johnen. „Wenn man weiß, wie der andere tickt, ist man sich schon mal in einer Viertelstunde handelseinig.“ Genaueres will Johnen nicht preisgeben. „Das sind die letzten Geheimnisse, die wir noch haben“, sagt er und lacht. Doch wer nach dem Gespräch in die Gesichter der beiden blickt, der ahnt, es hat den typischen Kompromiss gegeben, mit dem beide Seiten leben können.

In Arbeit
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Gemeinsam machen sich Ehrmann und Johnen auf den Rückweg zum Hotel. Smartphone-Junkie Ehrmann, der ein Bild von seiner Audienz in Rom bei Papst Benedikt als Startseitenbild auf seinem Blackberry hat, kramt in seiner Daunensteppjacke nach einem silbernen Schnupftabakdöschen und genehmigt sich eine Prise – während Johnen wieder mal das Seitenfenster heruntersurrt und qualmt. In der Hotel-Lobby verabschieden sie sich. Der eine gönnt sich eine Massage auf seinem Zimmer, der andere hat einen geschäftlichen Termin. In drei Stunden sind sie gemeinsam mit ihren Mitarbeitern verabredet: zu Bœuf Stroganoff, dem einen oder anderen Wodka und einer langen Nacht.

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