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Zigaretten China kommt kaum los von der Nikotin-Sucht

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Rauchen: „Topkiller der chinesischen Bevölkerung“

2,6 Billionen Zigaretten laufen jedes Jahr in den Staatsbetrieben vom Band, nur wenige Prozent werden im Ausland verkauft. 7 bis 10 Prozent der Staatseinnahmen generiert Peking durch das staatliche Monopol. Damit sind die Einnahmen ähnlich wichtig wie die der Ölindustrie und des Immobiliensektors. „Einschnitte würden den Staat empfindlich treffen“, sagt Li Cheng, einer der führenden Experten der Tabakindustrie in China.

Darüber hinaus arbeiten rund 60 Millionen Menschen in der Tabakindustrie. Viele davon für das Staatsunternehmen China National Tobacco Corp, den größten Zigarettenhersteller der Welt mit einem weltweiten Marktanteil von über 30 Prozent in Provinzen wie Guizhou und Yunnan im Süden des Landes, in denen sich die Tabakplantagen zwischen den Bergen bis zum Horizont ausdehnen, sind die Betriebe wichtige Wirtschaftstreiber.

Trotzdem scheint die Angst in Peking mittlerweile größer. 12 Prozent der jährlichen Todesfälle sind auf die direkte Einwirkung von Zigaretten zurückzuführen. In einer Studie der Tsinghua-Universität in Beijing wird Rauchen als „Topkiller der chinesischen Bevölkerung“ bezeichnet. Die direkten und indirekten Kosten der Sucht sollen bei rund 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Tendenz steigend. „Eine Gesundheitskrise ausgelöst durchs Rauchen könnte fatale Folgen für die politische Führung in China haben“, sagt Li. „Vielleicht sogar fatale Folgen für die Partei selbst.“

Deshalb hat die chinesische Regierung in den vergangenen Jahren eine Reihe an Maßnahmen verabschiedet. Staatsangestellte dürfen in der Öffentlichkeit nicht mehr rauchen. Seit 2013 dürfen Zigaretten nicht mehr mit Regierungsgeldern bezahlt werden. Bis dahin üblich, um Gefälligkeiten zu begleichen. 2015 startete China zudem eine landesweite Anti-Raucherkampagne. In Peking zerschlugen Mitarbeiter von Restaurants mit Äxten Aschenbecher. Am Olympia-Stadion wurden haushohe Banner mit Rauchverbots-Zeichen angebracht. Umgerechnet 27 Euro müssen Raucher nun zahlen, werden sie in Hotels, Schulen und Krankenhäusern beim Qualmen erwischt. Den Betreibern droht eine Strafe von umgerechnet bis zu 1.400 Euro.

Auch Start-ups wie das Guangzhouer Start-ups stehen nun auf der Agenda der Regierung. Das Unternehmen muss weniger Steuern zahlen und erhält staatliche Fördermittel. Mittlerweile kooperiert das Unternehmen auch mit China National Tobacco Corp. „Das Unternehmen ist an unseren Nutzerdaten interessiert, dafür unterstützen sie uns beim Vertrieb“, erklärt Geng die Zusammenarbeit.

Die Zigarettenspitze des Unternehmens ist per Bluetooth mit einer App verbunden, die der Nutzer auf sein Handy laden kann. Diese zeigt an, wie viel er geraucht hat, was ihn das gekostet hat und welchen Einfluss das Nikotin auf seine Gesundheit nimmt. Hat der Nutzer an einem Tag zu viel geraucht, zeigt die Zigarettenspitze eine Warnung auf dem Bildschirm an. Die Anzahl der täglich erlaubten Zigaretten kann er über die App einstellen. Dazu hat die Zigarettenspitze einen extra Filter eingebaut, den man mit ein paar Handgriffen tauschen kann. Für Geng ist das Gerät nicht mit einer E-Zigarette zu vergleichen. „Wir verstehen das Gerät nicht als Hilfe zum Rauchen sondern als Hilfe zum Abgewöhnen“, sagt der Manager. 2017 will das Unternehmen drei Millionen Stück verkaufen.

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