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Zwischenbilanz von Rocket Internet Die Samwer-Brüder verbrennen weniger Geld

Rasantes Wachstum, aber hohe Verluste: Rocket Internet macht weiter wie vor dem Börsengang. Die Samwer-Brüder wollen sich auch weiterhin als Seriengründer profilieren – mit zehn neuen Start-ups im kommenden Jahr.

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Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer: „Unsere Chance ist riesig.“ Quelle: dpa

Die Samwer-Brüder sind mit einem Versprechen angetreten: Wachstum. Ihre Firma Rocket Internet soll zum größten Internetkonzern außerhalb der USA und China aufsteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, tut das Management das, was es am besten kann: Geschäftsmodelle entwickeln und dann schnell umsetzen.

„Es ist unser Ziel, auch 2015 wieder mindestens zehn neue Start-ups auf den Weg zu bringen“, sagte Gründer und Konzernchef Oliver Samwer am Montag. Die wichtigsten Beteiligungen konnten den Umsatz im ersten Halbjahr zwar kräftig steigern, sind aber von Gewinnen noch weit entfernt, wie aus der aktuellen Zwischenbilanz hervorgeht. Auch die Dachgesellschaft ist unprofitabel, sie schrieb ein Minus von 13,26 Millionen Euro.

„Investition in Rocket Internet ist immer noch riskant"

Rocket Internet hat es zum Geschäftsmodell gemacht, Geschäftsmodelle zu finden: Die 2007 gegründete Firma ist ein sogenannter Inkubator, der Start-ups aufbaut und so schnell wie möglich großzieht – Größe gilt im Internetgeschäft oft wichtige Voraussetzung für Erfolg.

Dutzende Firmen sind so entstanden, von zahlreichen Online-Händlern bis zum Essenslieferdienst. Oliver Samwer und seine Brüder wollen vor allem Schwellenländer erschließen, wo ihnen Amazon, Ebay und Alibaba noch nicht Konkurrenz machen. Die Start-ups sollen von einer gemeinsamen Plattform und dem Wissen der Samwers profitieren.

Verbesserte Kennzahlen der Investments

Das Unternehmen teilt seine Investments je nach Reifegrad in drei Kategorien ein. Die wichtigste Gruppe sind die zwölf selbstbewusst als „proven winners“ (etwa: bewährte Sieger) bezeichneten Firmen, die am weitesten entwickelt sind – über sie gab Rocket Internet nun einige Details preis. Sie seien nicht profitabel, aber auf einem guten Weg dorthin, sagte Konzernchef Oliver Samwer nun. „Unsere Chance ist riesig und unsere Reise hat gerade erst begonnen.“ Seiner Einschätzung nach benötigten E-Commerce-Firmen fünf bis neun Jahre, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Die drei Samwer-Brüder

Die Kennzahlen der Investments haben sich laut der Präsentation verbessert. Etwa die Ebitda-Marge, die die Rentabilität vor Investitionen beziffert: Sie ist im ersten Halbjahr im Vergleich zu 2013 um durchschnittlich zwölf Prozentpunkte gestiegen, liegt aber bei allen zwölf Start-ups mit durchschnittlich minus 55 Prozent immer noch deutlich im negativen Bereich. Anders gesagt: Die Firmen verbrennen Geld, aber nicht mehr so viel wie früher.

Auch das Bruttowarenvolumen hat sich gut entwickelt – dabei handelt es sich um die Summe, die beispielsweise Online-Händler durch Verkäufe über die Website einspielen. Es hat sich bei den zwölf wichtigsten Beteiligungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Das wirkte sich auch auf den Umsatz aus, der sich auf 504 Millionen Euro summierte. Den größten Beitrag lieferten die Modehändler Dafiti (83 Millionen Euro) und Lamoda (79 Millionen Euro) sowie der Möbelhändler Westwing (76 Millionen Euro).

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