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Handyhersteller Was eine Nokia-Übernahme durch Microsoft bringen würde

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Ungleiches Paar

Eine erste Vorentscheidung für einen möglichen Einstieg bei Nokia dürfte der 11. Oktober markieren: Voraussichtlich an jenem Tag will Microsoft-Chef Steve Ballmer auf einer großen Launch-Party in New York seine neue Mobilsoftware Windows Phone 7 vorstellen. Ende Oktober sollen die ersten Geräte mit der verbesserten Software dann in Europa in die Läden kommen, erst ein bis zwei Wochen später im Heimatmarkt USA, so ein Kenner aus dem Microsoft-Umfeld. Die koreanischen Anbieter Samsung und LG sowie HTC aus Taiwan wollen mehrere Geräte mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem vorstellen, so ein Insider. Auch der Computerbauer Dell will mit Microsoft paktieren, schafft es laut Branchenkreisen aber nicht mehr, die eigenen Geräte rechtzeitig zum Marktstart fertig zu haben.

Start des neuen Handy Windows

Entscheidend wird sein, ob sich die Installation der neuen Microsoft-Mobilsoftware auf LG-, Samsung- und HTC-Smartphones in hohen Absatzzahlen niederschlägt. Einerseits will Ballmer mehr als eine halbe Milliarde Dollar in den kommenden Monaten in die Vermarktung stecken. Andererseits sind Analysten skeptisch. Laut einer kürzlich veröffentlichten Prognose von Gartner soll der Microsoft-Marktanteil bei Handybetriebssystemen trotz allem bis 2014 weiter auf dann unter vier Prozent fallen (siehe Grafik).

Trifft die Prognose auch nur ansatzweise ein, könnte eine Übernahme von Nokia durch Microsoft, die dem Softwarekonzern eine eigene Handyproduktion bescherte, schnell näher rücken. Zwar sagte Microsoft-Chef Ballmer noch vor Kurzem: „Ich denke nicht, dass Übernahmen die richtige Strategie für uns sind.“ Denn dann, so Analyst Tavis McCourt von der US-Investmentbank Morgan Keegan, drohte er nach heutigem Stand alle bisherigen „Partner auf der Geräteseite zu verprellen“. Doch der schwindende Marktanteil würde Ballmer laut McCourt vermutlich zum Umdenken zwingen. Schneller könnte Microsoft gar nicht zu einer ernst zu nehmenden Größe im Handygeschäft aufsteigen.

Denn zumindest an Masse fehlt es Nokia beileibe nicht. Allein im zweiten Quartal dieses Jahres verkauften die Finnen mehr als 110 Millionen Mobilgeräte weltweit – mehr als die nächsten drei Verfolger Samsung, LG und RIM zusammen. Auch Nokia brächte es Vorteile, wenn die Finnen sich Microsoft verschrieben. Denn das Nokia-eigene Handybetriebssystem Symbian, das insbesondere im Vergleich mit Apple und Google als veraltet gilt, ist ein wichtiger Grund für den Rückwärtsgang im Geschäft mit Smartphones. Dort fiel der Marktanteil von 65 Prozent im Jahr 2007 auf nunmehr 40 Prozent, Tendenz weiter fallend. Zwar haben die Finnen auf der hauseigenen Messe Nokia World in London in der vergangenen Woche nach langer Entwicklungszeit eine neue Version und neue Handys präsentiert. Doch ob diese den Rückstand zu Apple und Google aufholen können, ist fraglich.

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